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Niederberg
Unachtsamkeit macht es Dieben leicht

Niederberg: Unachtsamkeit macht es Dieben leicht
Hier demonstriert ein Polizei-Experte (links), wie leicht es sorglos abgestellte Taschen den Dieben machen. FOTO: Jürgen Moll
Niederberg. Heute gibt die Polizei in Velbert Bürgern Tipps, wie sie sich gegen Langfinger schützen können.

In dieser Woche führt die Polizei im Land NRW eine Aktionswoche zur Bekämpfung des Taschendiebstahls durch. Obwohl der Kreis Mettmann nicht als eine "Hochburg des Taschendiebstahls" bekannt ist, nimmt die hiesige Kreispolizeibehörde aber dennoch an der landesweiten Aktion teil. Denn die landesweit steigenden Fallzahlen sind für die Polizei insgesamt alarmierend und ein wesentlicher Teil der polizeilichen Strategie im Kampf gegen Taschendiebstahl ist Prävention.

Am Freitag, 2. September, in der Zeit von 10 bis 12 Uhr, auf dem Rathausplatz in Velbert-Mitte, errichtet die Mettmanner Kriminalprävention mit dem Info-Mobil einen festen Info-Stand auf dem Velberter Wochenmarkt. Der Ort ist bewusst gewählt: Die größte Zahl Taschendiebstähle verzeichnet aktuell die Stadt Velbert mit 48 angezeigten Taten in diesem Jahr, von denen allein in Velbert-Mitte 34 Delikte registriert wurden.

Erfahrene Kriminalisten bieten dort während der Marktzeit themenbezogene Informationen und Tipps, um Bürgerinnen und Bürger davor zu schützen "selber zum Opfer von Taschendieben zu werden". Selbstverständlich halten die Berater auch spezielle Flyer zum Thema: "Augen auf und Tasche zu !" zur Verteilung bereit.

Taschendiebstahl wird vor allem durch Mehrfachtäter verursacht, die oftmals arbeitsteilig vorgehen. Viele von ihnen sind professionelle Täter, die mit den Taten ihren Lebensunterhalt bestreiten. Sie bedienen sich dabei immer wieder gleichartig effektiver Tricks, um die Unachtsamkeit ihrer Opfer auszunutzen und anschließend meist unerkannt zu entkommen. Denn Opfer bemerken sehr oft erst mit erheblichem Zeitverzug, dass sie bestohlen wurden.

Offen getragene Wertgegenstände und Taschen erleichtern Dieben die Tatausführung. Und auch der Einfallsreichtum von Taschendieben kennt kaum Grenzen, wenn es darum geht, fremde Geldbörsen schnell und unbemerkt verschwinden zu lassen. Ein Klassiker ist das Anrempeln im Gedränge. Eine andere ebenfalls einschlägig bekannte Masche: Der Täter beschmutzt vorgeblich "versehentlich" die Kleidung seines Opfers mit Speisen oder Getränken, ist dann beim Reinigen sofort "behilflich" und staubt dabei gleichzeitig das Portemonnaie des Opfers ab. In öffentlichen Verkehrsmitteln und im Gedränge vor Kassen ist vor allem das Bedrängen eine gängige Methode. Der Dieb drängelt sich so lange an Taschen- oder Rucksackbesitzer heran, bis diese sich abwenden und beim Wegdrehen Tasche oder Rucksack zum Zugriff quasi "anbieten". Die Augen offen halten sollte auch, wer in Geschäften von scheinbar besonders hilflosen Kunden nach dem Standort bestimmter Artikel gefragt und dabei bedrängt wird. Während das Opfer bereitwillig Auskunft gibt, angelt ein Langfinger die Geldbörse aus der Einkaufstasche oder dem Einkaufswagen. Gerade ältere Frauen werden hier gerne Opfer ihrer gut gemeinten Auskunfts- und Hilfsbereitschaft. Die Polizei geht konsequent gegen Taschendiebe vor. Sie arbeitet dabei auch im Kreis Mettmann sowohl offen, als auch verdeckt. Zivile Kräfte beobachten gezielt örtlich erkannte Brennpunkte auf Wochenmärkten und in Fußgängerzonen. Uniformierte Kräfte, hierbei insbesondere die örtlichen Bezirksdienstbeamtinnen und -beamten, zeigen offene Präsenz gerade auch an solchen Orten und gehen damit ebenfalls aktiv gegen den Taschendiebstahl vor.

Präventiv flankiert werden diese operativen Maßnahmen immer wieder durch Beratungen des Kriminalkommissariats Kriminalprävention / Opferschutz sowie der Mettmanner ASS!e - der Sicherheitsberaterinnen und -berater des Aktionsbündnis Seniorensicherheit - bei verschiedenen Anlässen und Terminen im gesamten Gebiet des Kreises Mettmann..

(RP/jün)
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