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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Unglaublich: Die Stadt bekommt ein Rathaus

Ratingen. Der politische Dauerbrenner ist für viele Bürger längst in Vergessenheit geraten. Nun muss die Politik das millionenschwere Projekt endlich zum Abschluss bringen.

Die Bürger haben sich längst abgearbeitet an dem Thema. Sie schweigen, sie schreiben kaum noch Leserbriefe, sie haben zur Kenntnis genommen, dass Politik und Verwaltung diesen Wackelpudding namens Rathaus-Projekt irgendwie jonglieren müssen.

Doch jetzt bricht eine Zeit heran, die klare Anzeichen von Endgültigkeit beschert. Noch ist nichts entschieden. Doch das Ziel ist nah, wie unsere Zeitung nach einem Gespräch mit Bürgermeister Klaus Konrad Pesch mitteilte. Bau- und Vergabeausschuss sowie der Rat können einen Haken unter die äußerst komplexe Sache machen. Man bestimmt also, welcher Generalunternehmer (GU) bereits ab Oktober loslegen kann.

Kaum zu glauben, dass angesichts des jahrelangen Hürdenlaufes plötzlich die Zielfahne in Sichtweite rückt. Für den Bürgermeister, der damals als Erster Beigeordneter die Idee zur wegweisenden Rathaus-Lösung hatte, wäre der Abschluss ein Meilenstein in seiner verwaltungspolitischen Karriere. Der Jurist und Diplom-Kaufmann steht kurz davor, die Kuh endgültig vom Eis zu schieben. Eine Baulücke für viele weitere Jahre hätte sein Image als Problemmanager doch stark ramponiert. Das Areal an der Minoritenstraße - im Herzen der Stadt - ist kostbar. Es hätte an dieser Stelle auch andere Lösungen geben können, zum Beispiel eine Mischung aus kleinerem Rathaus und einer Ladenzeile. Vieles ist entworfen, überdacht und schließlich verworfen worden. Eine Sanierung des alten Rathauses, von der FDP vehement befürwortet, stand sogar viele Jahre lang im Raum.

All dies ist längst Geschichte - auch die Tatsache, dass die Bürger zweimal über die Zukunft des Rathauses selbst abstimmen konnten und sich dennoch nicht aufgehoben fühlten. Es blieb der Eindruck, dass Politik und Verwaltung schmerzfrei ihr eigenes Ding machen.

Bleiben zentrale Fragen: Was kostet das neue Rathaus? Und was ist mit den ursprünglichen Kalkulationen? Man darf sehr gespannt sein.

norbert.kleeberg@rheinische-post.de

Quelle: RP
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