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Lintorf
Vereine fürchten Mieterhöhungen

Lintorf. Die Stadt prüft im Auftrag des Rates, wie künftig Mieten für gemeinnützige Einrichtungen bemessen werden sollen. Von Joachim Preuss

Müssen Vereine zukünftig mit höheren Mieten rechnen? Die Politik sorgt sich zum Beispiel um die Vereine, die ihre Räumlichkeiten im alten Rathaus an der Speestraße haben. Oliver Thrun, CDU-Ratsherr aus Lintorf, hatte erfahren, dass möglicherweise Mieterhöhungen drohten: Hintergrund ist die Suche der Stadt nach neuen Einnahmequellen vor dem Hintergrund der klammen Haushaltslage. Auch andere Gebäude mit ansässigen Vereinen im Stadtgebiet könnten betroffen sein.

Nachdem der Lintorfer Ratsherr Oliver Thrun (CDU) vor einigen Wochen darüber informiert worden war, dass möglicherweise Mieterhöhungen für Vereine unter anderem im ehemaligen Lintorfer Rathaus im Wege der Haushaltskonsolidierung anstehen könnten, wandte er sich gemeinsam mit dem Vorsitzenden der CDU Lintorf/Breitscheid, Patrick Anders, mit einer Anfrage an die Stadtverwaltung.

Diese teilte in ihrer Antwort nunmehr mit, dass es gegenwärtig eine uneinheitliche Praxis bei der Vereinbarung der Miet- und Nutzungsentgelte mit gemeinnützigen und nicht kommerziell tätigen Vereinen und Organisationen in städtischen Gebäuden gebe. Thrun: "Dabei reicht die Bandbreite von der Zahlung symbolischer Ein-Euro-Mieten mit und ohne Betriebskostenzahlungen bis hin zu unentgeltlichen Nutzungen." Bei der Etatverabschiedung 2015 habe der Rat um Überprüfung gebeten, ob von Vereinen und Organisationen Mieten in vertretbarer Höhe für die Nutzung städtischer Gebäude verlangt werden können.

Die Verwaltung prüfe derzeit die bestehenden vertraglichen Regelungen, um sich einen Gesamtüberblick zu verschaffen, so Thrun. Ziel sei es, vor allem unter dem Aspekt des Gleichbehandlungsgrundsatzes, ein koordiniertes Vorgehen mit einheitlichen Mietzahlungen für sämtliche Nutzungen in den städtischen Immobilien zu erreichen. Die Verwaltung hat angekündigt, die erarbeiteten Bewertungskriterien und künftige Maßnahmen den politischen Gremien im Rahmen einer Vorlage darzustellen. "Die Vereine leisten in ihrem jeweiligen Wirkungskreis einen wichtigen Beitrag für die soziale und kulturelle Identität vor Ort. Gerade in Lintorf wird das gesellschaftliche Leben vor Ort in besonderem Maße durch die ehrenamtlich Tätigen in den Vereinen geprägt. Aus diesem Grund muss deren Tätigkeit auch durch die Stadt unterstützt werden", sagt Anders.

Unter anderem betroffen wären: Verein Lintorfer Heimatfreunde, Männergesangverein MGV Eintracht, Werbegemeinschaft, der Schachverein und die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Lintorf 1464. Andreas Preuß, Chef der Bruderschaft und gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins, kennt die eigenen derzeitigen Mieten nicht genau. Es handele sich aber nicht nur um einen Euro: "Wenn die Mieten angemessen erhöht werden, können wir das sicherlich stemmen. Aber ortsübliche Mieten können wir uns nicht leisten." Klar sei aber auch, dass die Stadt eben nicht für alles aufkommen könne, sagte Preuß.

Quelle: RP
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