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Ratingen
Verkehrskonzept soll Ost entlasten

Ratingen: Verkehrskonzept soll Ost entlasten
Sensible Stelle: Die Kreuzung Balcke-Dürr-Allee/Homberger Straße/Fester Straße soll im kommenden Jahr erheblich ausgebaut werden. Tagtäglich kommt es dort zu Staus und gefährlichen Situationen. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Gewerbe und Wohnen - seit langem knubbelt es sich im Stadtteil. Nun sollen die Verkehrsströme untersucht werden. Von Norbert Kleeberg

OST Ratingen Ost boomt. Doch der florierende Premium-Standort für ansiedlungswillige Firmen hat auch seine Schattenseiten. Die Verkehrsprobleme im Gewerbegebiet wachsen mit der erfolgreichen Vermarktung von Flächen kontinuierlich. Zwar wird die Kreuzung Balcke-Dürr-Allee/Homberger Straße/Fester Straße 2016 erheblich ausgebaut (die RP berichtete bereits). Aber das Gebiet des einst umstrittenen Bebauungsplanes "Ost 313", das heute das erfolgreichste Gewerbegebiet Ratingens darstellt, ist noch längst nicht voll: Derzeit wird für Mitsubishi Electric und SAP gebaut. Die Zeiten der platzfressenden ehemaligen Balcke-Dürr-Hallen sind ebenfalls vorbei. Auch dort sollen hochwertige Arbeitsplätze (stark verdichtet) entstehen. So wichtig die erfolgreiche Wirtschaftsförderung für Ratingen auch ist - inzwischen gibt es zunehmend Anwohnerbeschwerden aus den umliegenden Wohnbereichen: zeitweise verstopfte Kreuzungen, zugeparkte Wohnstraßen und viel Lärm. Zunehmende Verkehrsstörungen sind auch für die Wirtschaft nachteilig.

Die CDU-Fraktion hat nun einen Antrag für eine erweiterte Verkehrsbetrachtung und -prognose in die Ausschussberatung eingebracht und fordert ein integriertes Gesamtverkehrskonzept. Ausführlich erläuterte Marion Weber, CDU-Ratsvertreterin für Ratingen Ost, im Ausschuss die Zielrichtung: So sollen nicht nur punktuell einzelne Kreuzungs- und Teilbereiche untersucht und optimiert werden, wie es anlässlich von Bebauungsplänen geschieht. Vielmehr soll der gesamte Bereich von der Neanderstraße bis zur Homberger Straße erfasst werden.

Die neue Umgehungsstraße habe ebenso Auswirkungen auf den Verkehr wie die weitere Bebauung des Gewerbegebietes selbst und natürlich der Umzug von Edeka, sagt sie. Bereits vorhandene Verkehrszahlen zur Kreuzung Balcke-Dürr-Allee/Homberger Straße, neu beauftragte Untersuchungen zur Neanderstraße/K10n sowie zu aktualisierende Daten zum Balcke-Dürr-Gelände sollen im Zusammenhang aufgezeigt werden. "Wir versprechen uns von diesem Gesamtkonzept zum einen Transparenz in diesem komplexen Planungsbereich, zum anderen aber auch ein aktualisiertes Gesamtbild der zukünftigen Verkehrsströme. Mit den gewonnenen Erkenntnissen lassen sich Fehler für die Zukunft vermeiden und die Umsetzungsmöglichkeiten von Anwohneranregungen prüfen", so Weber. So sieht es auch Bürgermeister Klaus Pesch, der sich ebenfalls für ein Verkehrskonzept ausspricht. Eine punktuelle Verkehrsuntersuchung sei nicht zielführend.

Josef und Ingrid Winnekens wohnen auf der Neanderstraße. Sie betonen: "Im Mai 2015 haben wir erfahren, dass die Düsseldorfer FDP eine Mitteilung an die Presse herausgegeben und ein Schreiben an den Verkehrsminister verfasst hat, mit dem Vorschlag, eine Anbindung der Knittkuhler Straße an die A 44 zu schaffen. Dies würde unseres Erachtens die K 10 n überflüssig machen. Auch wenn diese Lösung vor einigen Jahren aus verschiedenen Gründen abgelehnt wurde, hat sich durch die massive Ansiedlung von Gewerbe in Ost (die wir ausdrücklich begrüßen) eine neue Situation ergeben." Man habe Bürgermeister Pesch gebeten, sich mit den Initiatoren bei der FDP in Verbindung zu setzen "und uns über den Stand der Dinge zu informieren" - was bisher nicht geschehen sei.

Sinnvoll wäre es, eine Straße zu bauen, die von der Knittkuhler Straße an die Anschlussstelle Ratingen Schwarzbach führt, schlagen die beiden Anwohner vor. "Vielleicht gibt es ja eine Stelle, wo weder der Naturschutz noch irgendwelche Eigentumsverhältnisse oder sonstige Hindernisse dem Vorhaben entgegen stehen?"

Quelle: RP
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