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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Verwaltung wirft Geld zum Fenster hinaus

Ratingen. Die Arbeit am Sportentwicklungsplan hat 65 000 Euro gekostet. Das Engagement der beteiligten Bürger war groß. Doch die Stadt hat das Gesamtwerk kaum gewürdigt.

Man erinnere sich an den vielversprechenden Start: Detlev Czoske, der damalige Vorsitzende des Stadtsportverbandes, hatte die gewiss nicht schlechte Idee, die Sport- und Freizeitstadt Ratingen zukunftsfähig zu machen und erfragen zu lassen, was sich die großen und kleinen Bürger in Sachen Bewegung wirklich wünschen.

Das Ganze sollte professionell begleitet werden - mit dem Ziel, einen konkreten Sportentwicklungsplan mit Handlungsempfehlungen zu präsentieren. Bürger, Vereine und Ämter haben daran sehr konstruktiv und intensiv gearbeitet, moderiert und gesteuert von der Stuttgarter Firma IKPS, die schließlich den umfangreichen Plan erstellt hat.

Mehr als ein Jahr lang lag das Konzept der Verwaltung vor. Czoske fragte immer wieder nach: Wie geht's weiter? Wann wird der Plan umgesetzt? Wann gibt es eine Vorlage der Verwaltung? Und schon damals tat sich der Verdacht auf, dass dieser Sportentwicklungsplan zwar seine schöne Berechtigung hat, aber nicht vorrangig zu behandeln ist.

Jetzt ist die Vorlage da - und es ist wenig geblieben von den Wünschen und Erwartungen der Vereine und Bürger. Die Ausarbeitung der Stadt konzentriert sich auf Bauvorhaben, die auf alten Sportplätzen realisiert werden können.

Verständlich, dass Czoske und viele seiner Kollegen in Rage sind. In der Tat: So geht man mit der Arbeit der Ehrenamtlichen nicht um. Die Verwaltung hat den Plan in der Versenkung verschwinden lassen. Da musste der Eindruck entstehen, dass man fortschrittliche Ideen im Sinne des Sports gar nicht realisieren will.

Noch haben die politischen Gremien über die Vorlage der Stadt nicht beraten. Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass weitere Projekte dieser Art keine Zukunft haben, denn das Engagement der Bürger wurde mit Füßen getreten. Und das neue Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler bekommt eine aktuelle Geschichte aus Ratingen: 65 000 Euro, die der Sportentwicklungsplan gekostet hat, wurden aus dem Fenster geworfen.

Quelle: RP
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