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Heiligenhaus/Velbert
VHS: Attraktive Angebote trotz Sparzwangs

Heiligenhaus/Velbert. Die Einrichtung bekommt immer weniger Zuschüsse. Eine Herausforderung für VHS-Chef Henseling und sein Team. Von Sandra Kreilmann

Vor kurzem erst wurde in der VHS gefeiert: Gleich drei Mitarbeiter zelebrierten ihre Berufsjubiläen. Von den vielen Jahren, die die drei insgesamt im öffentlichen Dienst verbrachten, haben sie einen nicht unwesentlichen Teil bei der VHS Velbert/Heiligenhaus gearbeitet. Das spricht auch für eine Konstanz, die einen großen Teil des Erfolgs dieser kommunalen Einrichtung ausmacht.

"Auch wenn ich nicht vor Ort bin, stelle ich immer wieder fest, dass das Team gute Arbeit leistet", betonte Verbandsvorsteher Michael Beck, der als Kämmerer im Heiligenhauser Rathaus sitzt, zu diesem Anlass. Das Schwierige: die Volkshochschule als traditionelle Einrichtung auch durch die Herausforderungen der Moderne zu steuern. "Keine leichte Aufgabe", weiß der Verbandsvorsteher und erntet vom VHS-Team ein wissendes Nicken.

Denn mit dem Sparzwang hat nicht nur der Heiligenhauser Stadtkämmerer zu kämpfen, auch bei der VHS ist die Aufgabe, trotz geringer werdender Zuschüsse, das Angebot attraktiv zu halten. "Die Erhöhung der Kursentgelte kann für uns nur der letzte Schritt sein", so Henseling. Stattdessen setzt er auf bewährte Angebote, wie die Sprachen, die immer noch zu den gefragtesten Kursen gehören. 17 Sprachen werden angeboten, ebenso die Kurse in der Kategorie Gesundheit werden immer beliebter - dem demografischen Wandel geschuldet, liege hier ein immer stärker Schwerpunkt im Angebot. Alphabetisierungs- und Integrationskurse und Schulabschlüsse bleiben Dauerbrenner.

Doch auch den Blick in die Zukunft wagt die VHS mit neuen Angeboten. Die Ausbildung zum Inklusionshelfer war Henseling seit Antritt seiner Stelle eine Herzensangelegenheit: "Aus meiner vorherigen Berufspraxis im Velberter Fachbereich Jugend, Familie und Soziales, wusste ich einfach, dass hier ein Mangel liegt." Zudem gibt es Biologische Exkursionen und natürlich eine große Zahl an kulturellen Angeboten - immer mit Blick, dass so viele Menschen wie möglich die Angebote ohne große Hemmschwellen besuchen können.

So gilt es, auch die Mitarbeiter mit spannenden Lebenswegen auszuwählen. "Als modern denkende VHS müssen wir die Ansprüche an Bewerber verändern, denn auch die Ansprüche der Kunden verändern sich", sagt Henseling. Die VHS erwirtschafte mehr als 50 Prozent ihres Haushaltes durch die Entgelte der Kunden, so der Erziehungswissenschaftler, und da sich die Zuschüsse durch die Kommunen immer weiter verringern und die Konkurrenz zu anderen Weiterbildungseinrichtungen größer werde, müsse man umso mehr auf Kreativität und Qualität achten, damit die Lernenden sich sicher sein können, hier gut lernen zu können. Punkten kann man vor allem auch mit dem Netzwerk, in dem die VHS fest verankert ist.

Beim Tag der pflegenden Angehörigen, an dem auch die VHS beteiligt war, wurde dieses Pfund erneut deutlich. Auch in Flüchtlingsangelegenheiten zeigt sich die VHS aktiv, Bürgermeister Jan Heinisch stellte am Mittwochabend dem Rat ein Integratives-Handlungskonzept vor, dass die VHS ausgearbeitet hat. Ideen gibt es bei VHS noch genug, die braucht es auch, um die Einrichtung auch weiterhin am Puls der Zeit zu halten.

Quelle: RP
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