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Analyse
Viele Wege führen in die Oberstufe und zum Abi

Heiligenhaus. Die drei weiterführenden Schulen haben ihre je eigene Klientel - noch. Künftig wird das Thema Zusammenarbeit obenan stehen. Von Paul Köhnes

Schuljahrsendspurt ist angesagt, Entlassfeiern, der Abiball am IKG - und für die Lehrer das Zeugnisschreiben. Insoweit dürften sich die Tagesabläufe an Realschule, Gesamtschule und Kant-Gymnasium derzeit nicht allzu stark voneinander unterscheiden. Die Zukunft der drei weiterführenden Schulen dagegen dürfte sich ein Stück weit abseits gewohnter Bahnen bewegen. An Vorzeichen mangelt es nicht.

Eines dieser Vorzeichen kommt aus der Kreisstadt Mettmann. Dort denkt man über eine neue, eigene Gesamtschule nach. Bisher pendeln zahlreiche Mettmanner Schüler Richtung Heiligenhaus - was dort mit gemischten Gefühlen gesehen wird: zum einen als Bestätigung guter Schularbeit, zum anderen als Kostenfaktor. Denn Heiligenhaus muss für die Fahrten der Mettmanner Schüler zahlen. Deswegen bekommt die Idee eines Gesamtschul-Zweckverbands der beiden Städte wieder Auftrieb. Ende offen.

Aber auch stadtintern ist ein gewisser Regelungsbedarf erkennbar. So sitzen die Leiterinnen der drei weiterführenden Schulen schon turnusmäßig gemeinsam am Tisch und führen moderierte Gesprächen. Hier geht es generell um die Schulentwicklungsplanung. Denn so schön es ist, dass Realschule und Gymnasium einen Vertrag geschlossen haben, der für maximale Durchlässigkeit bei gewünschten Schulwechseln steht - es wird dabei nicht bleiben können. Schließlich haben die Gemeindeprüfer in ihrem jüngsten Bericht der Stadt eines ins Stammbuch geschrieben: Drei weiterführende Schulen am Ort sind mittel- und langfristig eine zuviel. Aus Kostengründen. Man möge bitte "die Entwicklung in den Nachbarkommunen beobachten".

Und die sieht nun mal so aus, dass im vergangenen jahr beispielsweise ein Drittel aller Fünftklässler am IKG im vergangenen Jahr aus den Nachbarstädten kamen, während die Realschule - nicht zuletzt aufgrund ihres Alleinstellungsmerkmals "Inklusionsmodell" wieder drei Parallelklassen bilden konnte. Natürlich ist eine Stadt fein raus, wenn sie gefragte Schulen anbieten kann - in Heiligenhaus ist dies geradezu ein Exzellenzkriterium. Bloß muss man es bezahlen können. Und dies ist für eine Stadt am Rand der Pleite so eine Sache. Die Folgen des Berichts der Gemeindeprüfer sind vorerst völlig unklar. Noch haben die Schulexperten in der Stadt Zeit zur Beratung. Fragt sich, wie lange.

Quelle: RP
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