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Ratingen
Vier Jahre Haft für Ex-Stadtmitarbeiter

Ratingen. Wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs seiner Nichte ab deren 12. Lebensjahr wurde ein 69-jähriger Ex-Stadtmitarbeiter vom Düsseldorfer Landgericht zu vier Jahren Haft verurteilt.

Die Anklage ging zunächst von mindestens 15 Fällen aus, in denen sich der Onkel und Ziehvater an dem Mädchen vergangen habe - sogar auf dem Schreibtischstuhl des damaligen Bürgermeisters, zu dessen Büro der Angeklagte ebenfalls Schlüssel besaß. Vor Gericht hatte sich der 69-Jährige abfällig über die Vorwürfe der jetzt 28-jährigen Frau geäußert. Sie habe alles nur erfunden, sei geistig leicht zu beeinflussen. Das Gericht folgte aber einem Glaubwürdigkeitsgutachten über die Frau und ihre Schilderungen von teils monströsen Details. So habe der Onkel, der nach dem Tod ihres Vaters und der Alkoholsucht ihrer Mutter zum Zieh-Vater geworden war, sie auch ins Krankenzimmer einer Klinik bestellt, wo er behandelt wurde, um sich an ihr zu vergehen. Alles vehement zu bestreiten, half dem Angeklagten nicht. Die Staatsanwaltschaft ging sogar davon aus, dass manche der Taten durch Gewalt erzwungen worden, daher als Vergewaltigung zu werten seien. Dafür solle der Angeklagte für achteinhalb Jahre in Haft. Von 15 Anklagepunkten führten nur sechs Vorwürfe zum Urteil wegen Kindesmissbrauchs und sexuellen Missbrauchs einer Schutzbefohlenen. Dafür wurden vier Jahre Haft verhängt. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

(wuk)
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