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Ratingen
Voices-Festival braucht mehr Zuschauer

Ratingen. Peter Baumgärtner, der künstlerische Leiter, zieht eine durchaus kritische Bilanz. Von Norbert Kleeberg

Es war am späten Samstagabend, als Peter Baumgärtner, der künstlerische Leiter, eine erste durchwachsene Bilanz zum aktuellen Voices-Festival im Stadttheater zog. Das, was er den Gästen im Saal bereits zugerufen hatte, wiederholte der Musiker erneut: Dieser Veranstaltungsreigen brauche definitiv mehr Zuschauer. Ein Urteil, das sich in Form leerer Ränge dokumentierte - vor allem am Freitagabend bei den Jazz-Auftritten mit dem Susan Weinert "Fjord Trio" und dem Filippa Gojo Quartett. Der Schlagzeuger fügte an: "Jazz hat es ja immer recht schwer."

Doch Baumgärtner ist auch mit dem Ambiente nicht zufrieden. Es fehle so ein bisschen der Festival-Charakter, erklärte der Künstler, es müsse schon von Weitem erkennbar sein, dass es sich beim Stadttheater um einen Festival-Ort handele.

Anders ausgedrückt: mehr Stimmung, mehr Festival-Feeling. Baumgärtner kann sich allerdings keinen anderen adäquaten Veranstaltungsort in Ratingen vorstellen. An der Qualität des Programms kann es jedenfalls nicht liegen: Bei der Vocal Night am Samstagabend sind vor allem die "New Amsterdam Voices", eine siebenköpfige A-cappella-Gruppe, einfach mitreißend. Und auch Helen Schneider, die bereits im Jahr 2008 in Ratingen auftrat, bot zusammen mit Jo Ambros (Gitarre) gute, hausgemachte Musik. Die 62-Jährige ist stimmlich immer noch äußerst vital, die Erzählungen kommen etwas langatmig daher, doch sie wirkt sehr authentisch - und dies macht sie bei den Fans so beliebt. Andreas Schleicher mit Orchester und dem Indigo Streichquartett konnte nicht vollends überzeugen. Gerade zu Beginn seines Auftritts gab es beim Gesang merkliche Schwächen.

Auch im kommenden Jahr werde es ein "Voices-Festival" geben, versicherte Baumgärtner. Kulturdezernent Frank Mendack hatte zuvor betont, dass diese Reihe im Kreis Mettmann einzigartig sei.

Das Festival war in der Stadt in der Vergangenheit nicht unumstritten. Man erinnere sich an die Diskussion zu der Frage, ob man dieses kulturelle Angebot wirklich brauche. Doch mittlerweile herrscht in der Politik Konsens darüber, dass die zum Teil hochwertigen Veranstaltungen gern angenommen werden und die Stadt schmücken.

Quelle: RP
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