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Ratingen
Volksbank Rhein-Ruhr will Automaten nachts absperren

Ratingen. Die Zahl der Taten, bei denen Geldautomaten in NRW gesprengt werden, steigt weiter. Die Täter gehen fast immer nach demselben Muster vor, sprengen Automaten und verschwinden in dunklen Pkw schnell über die Grenze. Oft hinterlassen sie neben dem geplünderten Automaten enorme Sachschäden. Diese Schäden summieren sich laut Landeskriminalamt (LKA) auf mehrere Millionen Euro.

In jüngster Zeit häufen sich die Vorfälle in Duisburg und der Umgebung. Erst vor wenigen Wochen hatten Unbekannte wieder zugeschlagen: Sie sprengten einen Geldautomaten in Bissingheim. Und dann war ein Automat in Hamborn betroffen.

"Vom Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken, aber auch von Versicherungen haben wir Empfehlungen erhalten, wie wir unsere Kunden und Automaten besser schützen", erklärte der Sprecher des Vorstandes, Thomas Diederichs. Eine dieser Maßnahmen ist die Nachtschließung der Zugänge zu Geldautomaten.

Die Volksbank Rhein-Ruhr plant nach den jüngsten Vorfällen, ihre Standorte mit Geldautomaten zwischen 24 Uhr und 6 Uhr zu schließen. Betroffen sind 17 Geschäftsstellen in Duisburg, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr und Lintorf sowie zwölf Selbstbedienungscenter. Bisher blieb die Genossenschaftsbank von Automatensprengungen verschont. Das LKA arbeitet wegen der Serien-Sprengungen bereits eng mit den Banken und den Herstellern der Geldausgabeautomaten zusammen.

Präventionsmöglichkeiten würden im Rahmen der Ermittlungsgruppe entwickelt, erklärt LKA-Chef Uwe Jacob. Ziel der Maßnahme sei es, technische Sicherungsmaßnahmen zum Schutz von Geldautomaten weiter zu optimieren und einzusetzen, so Jacob.

Doch viele Banken leisten den Anregungen des LKA offenbar nicht Folge. So verzichten die meisten Geldinstitute nach Recherchen unserer Redaktion bislang auf die von der Polizei empfohlene Nachrüstung ihrer Geldautomaten mit sogenannten Farbbomben.

Diese würden bei einer Sprengung die Geldscheine markieren und für die Täter unbrauchbar machen. Ein Insider erklärt den Grund für den Verzicht: "Das macht aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten keinen Sinn für die Banken. Die Nachrüstung kann pro Automat bis zu 10.000 Euro und mehr kosten. Für 20.000 Euro bekäme man aber einen neuen Geldautomaten hingestellt." Der Preis einer Farbpatrone liege bei etwa 2000 Euro.

Man benötige aber für jeden Automaten mindestens fünf davon, für jedes Geldscheinfach eines. Die Bestückung mit Farbpatronen hätte auch zur Folge, dass in den Geräten weniger Platz für Geld wäre und diese insbesondere am Wochenende aufwendig nachbefüllt werden müssten.

(RP/kle)
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