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Heiligenhaus
Volles Programm für junge Gäste aus der Ukraine

Heiligenhaus. Der Krieg in der Ost-Ukraine macht sich erstmals auch bei der Heiligenhauser "Aktion Tschernobyl" direkt bemerkbar." Unter den Jungen und Mädchen, die in diesem Jahr zur schon traditionellen Auszeit zu uns nach Deutschland kommen, ist ein Elfjähriger, dessen Familie vor dem schrecklichen Chaos nach Kiew geflohen ist", berichtet Gaby Slotta, die den Aufenthalt organisiert hat.

Insgesamt werden 17 junge Ukrainer im Alter von elf bis 15 Jahren, begleitet von drei Betreuern der Kiewer Hilfsorganisation "Barwinok", bis zum 27. Juni bei Familien in Heiligenhaus und Umgebung Erholung finden. Die meisten der deutschen Gasteltern sind "Wiederholungstäter", haben schon einmal oder gar mehrfach Kinder aus der Ukraine aufgenommen. Es haben sich aber auch fünf neue Gastgeber gemeldet: "Dabei finden in einem Haus sogar gleich drei junge Gäste Aufnahme", freut sich Slotta. Die Kinder der "Aktion Tschernobyl" kommen zumeist nach wie vor aus Familien, die auf die eine oder andere Weise von dem schrecklichen Atomunfall betroffen sind. Das Schicksal der Familie des elfjährigen Jungen aus der umkämpften Region Luhansk ähnelt dem der Tschernobyl-Opfer: Durch eine Katastrophe aus der angestammten Heimat vertrieben, arbeitslos geworden, vom Staat nur notdürftig unterstützt, und das in einem ohnehin leidenden Land, in dem wegen der Krise das Leben durch schnell steigende Preise für praktisch alles und durch zunehmende Korruption weiter erschwert ist. Wieder einmal gibt es hier in Heiligenhaus und Umgebung ein Besuchs- und Besichtigungsprogramm für die Kinder, zu dem Vereine, Parteien und Einzelpersonen beitragen. Es ist in diesem Jahr besonders umfangreich. Neu dabei ist ein Besuch des Planetariums in Erkrath auf Einladung von Landrat Thomas Hendele. Und auf Initiative von Ex-Bürgermeister Heinz Schemken gehen die jungen Ukrainer ins Velberter Schlossmuseum. Auch eine Überraschung ganz besonderer Art gab es diesmal bei der "Aktion Tschernobyl": Einen Mail-Kontakt aus Mainz, wo Galina lebt, eine Ukrainerin, die 1992 mit der ersten Tschernobyl-Kindergruppe aus der Ukraine nach Heiligenhaus kam. Wie sich herausstellte, war sie damals mit einem anderen Kind von Pfarrer Anton Lodziana aufgenommen worden, der die Heiligenhauser "Aktion Tschernobyl" gestartet hat. Er lebt jetzt in Euskirchen und mit ihm hat Galina inzwischen Kontakt aufgenommen.

(kr)
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