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Heiligenhaus
Warum der Club unentbehrlich ist

Heiligenhaus: Warum der Club unentbehrlich ist
Club-Leiterin Edelgard Eichberg blickt trotz des Sparzwangs optimistisch in die Zukunft des Clubs. Viele Ehrenamtliche helfen mit. FOTO: dietrich janicki
Heiligenhaus. Neben Flüchtlingsbetreuung ist das Jugendfreizeitheim ein Ort für viele teils kostenfreie Angebote und Kooperationen. Von Sandra Kreilmann

"In vier Tagen um die Welt" reisten in den Ferien Kinder im Club - ohne dabei die Hülsbecker Straße zu verlassen. Dazu gab es nicht nur landestypisches Essen, sondern auch - ganz nebenbei - Besuch von Menschen, die tatsächlich um die halbe Welt gereist sind: Denn im Club leben derzeit sechs minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge in einer WG, die dort auch Sprachunterricht bekommen.

"In den Pausen beider Kurse haben die Kinder und Jugendlichen einfach zusammen gespielt und zusammen gekickert", erinnert sich Club-Leiterin Edelgard Eichberg. "Man verständigte sich mit Händen und Füßen, und es hat super funktioniert." Genau das sei es, was den Club auszeichne, so Eichberg: "Er ist eine Begegnungsstätte und das nun schon seit genau 40 Jahren."

Die minderjährigen Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren leben sich gut ein und sind eine ruhige Truppe. Auch die Zusammenarbeit mit den neuen Nachbarn und ihren Betreuern funktioniere gut, erklärt die Club-Leiterin. Neben Flüchtlingsbetreuung ist das Jugendfreizeitheim Sammelstätte für viele, zum Teil auch kostenfreie Angebote und Kooperationen: "Eine Gruppe des Kindergartens Steppkeshaus ist hier gerade erst gestartet." All das gilt es unter einen Hut zu bringen. Nach dem sehr gut besuchten Ferienprogramm geht es nach Schulstart weiter mit dem Alltag. Das Team, bestehend aus zweieinhalb festangestellten Mitarbeitern sowie etwa 50 Honorarkräften, kann sich dabei gerade in den Zeiten städtischen Spardrucks auf die Tatkraft ehrenamtlicher Helfer verlassen. "Die rund 150 Mitglieder des Fördervereins stehen hinter uns. Das merkt man vor allem, aber nicht nur, bei den Flohmärkten und dem Sommerfest." Denn: "Wir spüren den Spardruck natürlich. Selbst organisierte Konzerte fallen weg, weil wir nach dem Weggang von Ubald Stark einfach keine Kapazitäten dafür haben." Stattdessen lebt die traditionelle "24 & more"-Party wieder auf. Mindestens genauso eine Marke, wie der Club selbst. "Menschen, die mit dem Club aufgewachsen sind, bleiben uns treu und schicken ihre Kinder und zum Teil sogar schon ihre Enkel, das ist das beste Kompliment für unsere Arbeit." Mit den Club-Räumen habe die Stadt dabei ein echtes Pfund, das findet auch Airbrush-Profi und Honorarkraft Uwe Fischer: "Solche Räume wie hier mit den vielfältigen Möglichkeiten gibt es nicht mal in Düsseldorf."

Und so werden hier Kompetenzen gebündelt. "Eine Mitarbeitern arbeitet zu gleichen Teilen in der Schulsozialarbeit und im Kinder- und Jugendangebot im Club das fügt sich bestens ein", findet Eichberg. Als Studentin startete sie einst mit einem Praktikum im Club: "Hätte man mir damals gesagt, dass ich mal den Chefposten übernehme, ich hätte es nicht geglaubt", schmunzelt sie.

Quelle: RP
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