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Ratingen
Warum Vitamin D für den Körper wichtig ist

Ratingen. Das Vitamin soll Erkältungen, Grippe und Knochenerkrankungen vorbeugen. Auch bei der Krebstherapie spielt es eine Rolle. Von Gabriele Hannen

Dem einen tun "alle Knochen weh", der andere weiß im Zusammenhang mit Knochen die ganze leidvolle Geschichte des Oberschenkelhalsbruchs der Schwiegermutter zu erzählen, während der Dritte nur mit einer Erkältung aufwarten kann, die nicht weggeht. Bei der weit verbreiteten Lazarett-Poesie gibt es mancherlei, doch manchmal ist gar nicht bekannt, dass hinter mehreren Geschichten eine bestimmte Komponente steckt. Was zum Beispiel Knochen und Infekte betrifft, so mag das sehr oft ein beträchtlicher Mangel an Vitamin D sein.

Auch bei uns, auch bei sonnigen Sommern, ist es wahrscheinlich, dass man entschieden zu wenig Vitamin D aufgebaut hat. Grundsätzlich kann der Körper tatsächlich dieses Vitamin selbst herstellen: Dazu müssen Kopf und Arme täglich eine Weile der Sonne ausgesetzt sein. Streckt man diese Weile zu sehr, ist die Gefahr da, Hautkrebs zu bekommen. War man zu kurz in der Sonne, nützt der Einsatz auch nichts. Und über die Nahrung kann niemand so viel des "Sonnenvitamins" zu sich nehmen, wie es für die Gesundheit gebraucht wird.

Andreas Kurth, Chef des Ratinger Themistocles-Gluck-Hospitals und derzeit Erster Vorsitzender des internationalen Wissenschaftlichen Dachverbands Osteologie, erklärt: "Eine unverzichtbare Komponente der Knochengesundheit sind Calcium und Vitamin D, und zwar in hohen Dosen". Dazu erklärt die Ratinger Hautärztin Almuth Bernert-Köhler: "Aufgrund der Verantwortung, die man mit dem Sonnenverbot als Hautarzt hat, beschäftige ich mich schon seit längerem mit der Problematik. Ich habe festgestellt, dass Menschen, die häufig unter Infekten leiden, einen oft sehr ausgeprägten Vitamin-D-Mangel haben. Es gibt verschiedene Präparate, um den Mangel auszugleichen. Oft werden höhere Werte benötigt als derzeit noch allgemein empfohlen, um bei einem bestehenden Mangel überhaupt auf Werte im unteren Normbereich zu kommen."

Sie hat zum Beispiel nach einer Reihe von eher ergebnislosen Allergie-Tests bei einem erkältungskranken Patienten eine Blutuntersuchung veranlasst, die den Vitamin-D-Gehalt bestimmte. Und das Ergebnis war bei ihm (Büromensch mit wenig Freizeit im Freien) niederschmetternd. Hier reichte nicht die täglich zu verabreichende Minimal-Forderung aus, hier musste richtig nachgeladen werden.

Immer mehr Kinder leiden unter Vitamin-D-Mangel. Man weiß heute, dass Vitamin D auch prophylaktisch wirkt, dass bei einem Mangel das Diabetes- und Brustkrebsrisiko steigt. Das aktive Vitamin D soll nicht nur Erkältungen, Grippe und Knochenerkrankungen wie Osteoporose und Rachitis vorbeugen, sondern in den Prostata-, Brust- und Darmzellen das für Krebs typische ungesunde Zellwachstum direkt vor Ort verhindern. 15 verschiedene Krebsarten werden mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel in Verbindung gebracht. Eine Meta-Analyse der Harvard School of Public Health in Boston ergab, dass die Nahrungsergänzung mit Vitamin D die Sterblichkeit durch Krebs um 15 Prozent reduzieren konnte.

Anlass genug, sich eine Blutüberprüfung zu gönnen - auch, wenn sie für die meisten Patienten ein privater Luxus von rund 30 Euro ist.

Quelle: RP
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