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Heiligenhaus
Was der Wochenmarkt genau kostet

Heiligenhaus: Was der Wochenmarkt genau kostet
Zweimal pro Woche ist Markt. Wie genau er im kommenden Jahr aussehen wird, ist noch nicht klar. Vertreter der Stadt sehen sich in Nachbargemeinden nach interessierten neuen Marktbeschickern um. FOTO: A. Blazy
Heiligenhaus. Im nächsten Jahr kommen neue Händler für Kaffee und Tierbedarf. Es wäre noch Platz für weitere. Satzung in Arbeit. Von Paul Köhnes

Mittwochs und samstags ist Wochenmarkt - gewohntes Bild auf dem Rathausplatz. Was die Kunden nicht sehen: Hinter dem bunten Angebot stehen eine Menge Aufwand und nicht zuletzt einige Mathematikaufgaben für die Verwaltung. So ist die neue Marktsatzung - derzeit auf dem Weg in den Rat - ein Job, für den ein Taschenrechner bereitliegen muss.

Ein Beispiel aus dem kleinen Einmaleins der Markt-Verwalter: Pro Markttag vergibt die Stadt nach Hochrechnung für 2016 genau 466,25 Quadratmeter Standfläche. Es gibt 104 Markttag pro Jahr. Strich drunter: 48.490 Markt-Quadratmeter werden pro Jahr vergeben. Dem stehen Kosten entgegen, für die eine Umlage fällig ist: 36.877,18 Euro pro Jahr. Macht, sehr dezent gerundet, 76 Cent pro Quadratmeter vom kommenden Jahr an.

Kerstin Plambeck beziffert die "umlagefähigen Marktkosten" auf einen Betrag von 36.877,18 Euro. FOTO: A. Blazy

Aber für Fachfrauen wie Kerstin Plambeck im Rathaus geht es bei Satzungsfragen nicht um irgendwelche Zahlen hinterm Komma, sondern formal erstmal um ein Stück Gerechtigkeit. So soll es vom kommenden Jahr an eine "zusätzliche Bearbeitungsgebühr" für sogenannte fliegende Händler geben. Das sind Marktbeschicker, die nur ab und an mal auf den Wochenmarkt in der Stadt kommen. Im Gegensatz zu den regelmäßigen Marktbeschickern, die mit Jahreserlaubnis kommen und ihre Gebühren quartalsweise zahlen, erhalten fliegende Händler eine Tageserlaubnis - und die Marktmeister kassieren Bargeld. "Das ist zusätzlicher Aufwand", kommentiert die Verwaltung. Denn morgens um 7 Uhr geht es für die Angestellten darum, den Händlern ihre Plätze zuzuweisen und die Papiere zu kontrollieren. Und schließlich will die Stadt vor Marktöffnung wissen, ob das Angebot aller Stände auch zugelassen ist. "Lebende Tiere beispielsweise dürfen hier auf dem Wochenmarkt nicht angeboten werden", erläutert Plambeck. Die Gebührenkalkulation hat den Mehraufwand berechnet: 745,82 Euro pro Jahr. Dies wiederum geteilt durch die Zahl der fliegenden Händler - es waren in den vergangenen zwölf Monaten 244 - macht pro Stand eines fliegenden Händlers einen Betrag von drei Euro und sechs Cent pro Markttag. "Wer das nicht zahlen möchte, ist selbstverständlich gern gesehen als regelmäßiger Marktbeschicker", sagt Plambeck. Denn für diese Klientel entfällt die besondere Gebühr. Abseits aller Zahlen macht man sich im Rathaus auch Gedanken über die Zusammenstellung des Angebots auf dem Markt. Nicht ganz sorgenfrei: Zwei große Stände haben den Markt verlassen. Und neue zu finden ist ein schwieriges Geschäft. Aber zwei Erfolge für 2016 zeichnen sich ab: Ein Kaffeehändler wird seinen Stand regelmäßig aufschlagen, ebenso ein Handel für Tierbedarf. Kein Ersatz in Sicht ist für Angebote, wie es sie vor längerer Zeit auf dem Markt gegeben hat. Einen "Uhren-Doc" sucht man seither vergeblich.

In der Diskussion bleibt derzeit auch eine Markt-Idee, die völlig unabhängig von Satzungs-Mathematik vonseiten der FDP in den Ausschuss für Wirtschaftsförderung getragen wurde. Es geht um eine Art "Feierabend-Markt" - weniger Einkaufsgelegenheit als geselliger Treffpunkt mit lukullischen und sonstigen Angeboten. Hier sind noch keine Entscheidungen gefallen.

Quelle: RP
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