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Ratingen
Wehr übt Unfall an Fernwärmeleitung

Ratingen. West (RP) Einen Arbeitsunfall an der gerade im Bau befindlichen Fernwärmeleitung der Stadtwerke trainierte jetzt die Feuerwehre am Holunderweg in West.

Das Szenario: Zwei Mitarbeiter der Stadtwerke Ratingen arbeiten an der Fernwärmeleitung. Auf einmal gibt es einen Knall. Ein Arbeiter stürzt schwer verbrannt und bewusstlos zu Boden, der andere Arbeiter schafft es noch, die Leitung abzuschiebern (zu schließen), bevor auch er verletzt zu Boden geht. Ein vorbeikommender Passant hört die gellenden Schreie aus der Tiefe und wählt den Notruf. Um 9.47 Uhr.

Auf der Hauptfeuer- und Rettungswache ertönt der Alarm aus den Lautsprechern und die Alarmempfänger lösen aus. Was sich hochdramatisch darstellt ist, eine Alarmübung der Feuerwehr Ratingen in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken. "Solche Übungen zeigen uns Möglichkeiten der Verbesserung und geben uns Ortskenntnisse. Außerdem sind solche exotischen Einsatzlagen unter Realbedingungen eine besondere Herausforderung an die Einsatzleiter und die Mannschaft", erklärt Sebastian Esser von der Ausbildungsabteilung, der die Übung vorbereitet hat. Nur kurze Zeit später tauchen die ersten Einsatzfahrzeuge am Holunderweg auf. Einsatzkräfte ziehen technisches Gerät aus den Autos, während der Einsatzleiter versucht, sich einen genauen Überblick über die Lage zu verschaffen.

Mit Atemschutzgeräten ausgestattet klettern die ersten Feuerwehrleute in den fünf Meter tiefen Schacht. Die "schwer verbrannte Person" - ein Dummy - muss schnellstens ins Krankenhaus. Lebensgefahr. "Sofortrettung, nennen wir das. Es geht hier um ein Menschenleben, da können wir nicht lange fackeln. Der Person wird ein Schlauch um die Beine gebunden und er wird kopfüber aus dem Schacht gezogen. Seine einzige Überlebenschance", erläutert Thomas Tremmel, der als Abschnittsleiter fungiert.

Kurze Zeit später kann der am schwersten "verletzte" Arbeiter an den bereit stehenden Rettungsdienst übergeben werden. Die Rettung des "Kollegen" kann schonender erfolgen. Unter Zuhilfenahme der Drehleiter wird er mittels einer speziellen Trage und einem Aufseilgerät aus der Tiefe gehoben. Auch dieser Dummy wird dem Rettungsdienst übergeben.

Kollegen der Stadtwerke beobachten das Szenario aus sicherer Entfernung. Es könnte im Ernstfall ihr Leben sein, dass von diesen Maßnahmen abhängt. "Klasse, dass die Stadtwerke uns die Möglichkeit gegeben haben, eine solche, sicherlich seltene Einsatzsituation, so realistisch üben zu können", sagt Erik Heumann, der heute Einsatzleiter ist. "Wir haben sehr wichtige Erkenntnisse erhalten, was wir verbessern können und wo wir Handlungsbedarf sehen."

"Dafür sind Übungen da und deswegen ist üben für uns so wichtig", erklärt Erik Heumann. Und: "Hoffen wir, dass ein solcher Unfall nie eintritt."

Quelle: RP
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