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Heiligenhaus
Wenig Chancen für die Freifunker

Heiligenhaus: Wenig Chancen für die Freifunker
In Heiligenhaus sollen vorerst keine Freifunk-Router zum Einsatz kommen können. Anders als in Ratingen, Velbert und 80 anderen Städten sieht man Rechtsfragen ungeklärt. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. Die Stadt will vorerst nicht mit ihnen zusammenarbeiten. Es gibt rechtliche Bedenken. Eine verpasste Chance, sagt die SPD. Von Sandra Kreilamm

Über das Smartphone hat jeder die Möglichkeit ständig mobil ins Netz zu gehen, doch das Internet unterwegs, per Mobilfunkverbindung kostet und kann zudem auch langsam sein. Wenn man nicht ohnehin gerade im Funkloch ist. Die Antwort darauf bietet in vielen Städten bereits der Freifunk.

Die Idee: WLAN-Netzwerke können über das Freifunk-Equipment ohne Anmeldung von Internetsurfern genutzt werden. Dazu wird ein Freifunk-Router, erhältlich ab 20 Euro, mit einem WLAN-Router verbunden und so zu einem Hotspot mit einer Reichweite von bis zu 100 bis 150 Metern. Freifunk ist dabei eine nicht-kommerzielle Initiative für freie Funknetzwerke. In 224 Orten bundesweit gibt es derzeit gut 24460 Zugänge, davon 80 Städte in NRW, wie zum Beispiel Ratingen. Heiligenhaus gehört derzeit nicht dazu. Und zumindest von der Stadt Heiligenhaus aus wird es erst mal keine Unterstützung für dieses Projekt geben.

Im Ausschuss für Kultur, Städtepartnerschaften und Tourismus wurde ein SPD-Antrag, mit dieser Initiative zu kooperieren, mehrheitlich abgelehnt. Zum Bedauern des Antragstellers: "Die Gründe für den Freifunk sind sehr vielfältig und liegen klar auf der Hand. Sie reichen von einer effektiven Wirtschaft- und Tourismusförderung bis zu einem attraktiven Service für die Bürger in der Stadt. Offensichtlich sieht man in der Stadtverwaltung diese Vorzüge aber nicht, sondern führt datenschutzrechtliche Bedenken zu Ablehnung heran. Allerdings wurde deutlich, dass der Bürgermeister weniger Sorge hatte, die Daten der Bürger zu schützen, als Bedenken hinsichtlich eines "Verlustes der Kontrolle über diese Daten." Er präferiere das aktuelle Angebot einer Firma, bei der der Nutzer zunächst die allgemeinen Geschäftsbedingungen akzeptieren muss. "Dies bedeutet, dass eine kommerzielle Firma Zugang zum Nutzerverhalten im Internet hat, Verbindungsdaten gespeichert werden und beispielsweise die Kommunikation der Parteien nachvollzogen werden können", erklärt die SPD. Rechtliche Bedenken, wie die Frage wer haftet, beantworten die Freifunk-Verantwortlichen wie folgt: "Freifunk ist Internetdienstanbieter und damit, wie kommerzielle Anbieter auch, von der Anwendung der Störerhaftung auf das Internet nach TMG § 8 ausgenommen." Einen weiteren Nachteil sieht die SPD bei der derzeitigen Lösung: "Die Downloadgeschwindigkeit ist vergleichbar mit den Zeiten, in denen die Verbindung noch über ein laut fiependes Modem mit 256 kBit hergestellt wurde. Damit sind ein reibungsloses Surfen im Netz oder Telefonate per Voice-over-IP nicht möglich."

Der heutige Standard liegt je nach Anschluss nach Angaben der SPD zwischen 9.000 und 16.000 mBit. Das Empfangen und Senden von Bilddateien als E-Mail werde in Heiligenhaus zu einer echten Geduldsprobe.

Quelle: RP
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