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An(ge)dacht
Wer hofft, ist wie neu geboren

Ratingen. Wer hofft ist jung ..." so beginnt ein Gedicht von Rose Ausländer und ein Sprichwort aus Lappland sagt: "Wenn der Jäger die Hoffnung verliert, gibt es keine Beute". Hoffnung verleiht uns Kraft, wer hofft, der ist wie neu geboren. Und "wie die Neugeborenen" so heißt in der evangelischen Kirche der kommende Sonntag, an dem es heißt: "Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten." 1.Petrusbrief 1,3

Welche lebendige Hoffnung trägt uns angesichts einer Welt, die von Tod, Gewalt und Terror und unüberwindbaren Grenzen und Hass geprägt zu sein scheint? Es ist die Hoffnung, dass Gott dem Tod und der Gewalt widerspricht, ja den Tod besiegt hat. Ostern ist für uns die Ermutigung, nicht die Hände in den Schoß zu legen, sondern voller Hoffnung die Fragen unserer Zeit anzugehen in der Gewissheit, dass Gott uns für diese Aufgabe will und stärkt.

Ich hoffe, dass eines Tages nicht nur von Gerechtigkeit gesprochen wird, sondern dass allen Menschen Gerechtigkeit widerfährt, dass wir hergeben können, was wir im Überfluss haben. Ich hoffe und glaube, dass wir in einer Welt ohne Gewalt leben werden, dass alle Menschen von ihrer Angst frei werden, die einen von der Angst an Macht zu verlieren, die anderen von der Angst unterdrückt zu werden. Ich hoffe und glaube, dass alle Menschen Liebe lernen, dass Offenheit und Vertrauen nicht nur Wörter sind. Ich glaube, dass Gottes neuer Himmel und neue Erde nicht nur ein Traum sind, sondern dass jeder daran mitbauen kann, durch Geduld und Hoffnung, durch Güte, Liebe und Barmherzigkeit, durch unsere kleinen Taten der Hoffnung im Alltag. Gott der Befreier, stürzt die Götzen der Resignation, der Lethargie und Verzweiflung vom Thron. Rose Ausländer weiter: "Wer könnte atmen ohne Hoffnung dass auch in Zukunft Rosen sich öffnen /ein Liebeswort die Angst überlebt". Gebt Zeugnis von eurer Hoffnung, so lautete das Leitwort des 93. Katholikentages und das ist unser Auftrag auch heute, denn wir haben diesen einen Gott der Hoffnung.

Michael Füsgen

Pfarrer Christuskirche Homberg

Quelle: RP
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