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Kreis Mettmann
Wie Arbeitslose schnell Jobs finden

Kreis Mettmann: Wie Arbeitslose schnell Jobs finden
Für ein neues Projekt des Jobcenters kommen alle Arbeitslosen und Harzt-IV-Empfänger im alter zwischen 18 und 49 Jahren in Frage. In den Städten des Kreises wären das insgesamt 26.000 potentielle Nutznießer. FOTO: RP-Archiv
Kreis Mettmann. Die Arbeitsagentur bietet individuelles Training in kleinen Gruppen an. Von Oliver Wiegand

Maria Müller ist 27 Jahre alt, als sie von einem mehrmonatigen Kanada-Aufenthalt nach Deutschland zurückgekehrt. Eine Ausbildung hat sie vor einigen Jahren als Gestalterin für visuelles Marketing gemacht. Die junge Ratingerin weiß, wie man Schaufenster, oder Verkaufs-, Präsentations- und Ausstellungsräume so herrichten kann, dass sie jeden Blick auf sich ziehen und angebotene Produkte perfekt in Szene setzen. Maria Müller kennt sich aber auch auf Theaterbühnen aus, hat schon an Kulissen mitgewirkt. Sie schreibt die ersten Bewerbungen und bekommt nur Absagen. "Dann hat mir das Job-Center geholfen", sagt Müller gestern bei einem Pressegespräch. Maria Müller gehört zu den erfolgreichen Teilnehmern des Projekts "MeinJobaktiv". Das Jobcenter hat extra neue Räume Auf dem Hüls angemietet, damit die Jobsuchenden dort betreut werden können.

"Der Work first Ansatz steht im Vordergrund. Die Kunden starten direkt mit der Jobsuche, unterstützen sich dabei in Gruppen gegenseitig und erarbeiten mit Unterstützung der Jobcoaches neue Perspektiven", erklärt Franz Heuel, Geschäftsführer des jobcenters ME-aktiv. Pro Woche werden die Jobsuchenden an drei Tagen für jeweils drei Stunden betreut.

"Dabei geht es vor allem darum, erst einmal das Selbstwertgefühl der Arbeitslosen zu stärken", sagt Miriam Bonné, die als Jobcoach arbeitet. Vor kurzem haben die Trainer einen jungen Mann betreut, der sein ganzes Leben lang gerne Lehrer werden wollte. Als er jedoch durch das Staatsexamen fiel und keine Möglichkeit mehr hatte, die Prüfung zu wiederholen, wusste er nicht mehr weiter. "Der kam mit hängenden Schultern hier rein", sagt Miriam Bonné. In vielen Gesprächen habe man den Mann wieder aufgebaut und ihm Perspektiven aufgezeigt. Sein Studium der Germanistik und Anglistik half ihm am Ende doch. "Heute arbeitet er als Lektor bei einer Firma in England", sagt Miriam Bonné.

FOTO: Oliver Wiegand

In Frage kommen für das Projekt alle Arbeitslosen und Hartz-IV Empfänger zwischen 18 und 49 Jahren im Kreis Mettmann. Voraussetzung sind gute Deutschkenntnisse und EDV-Erfahrung. Rein theoretisch kommen nahezu 26.000 Leistungsempfänger in den zehn Städten des Kreises in Frage. "Aber es muss ja auch der Wille da sein, schnell einen neuen Job zu finden", sagt Franz Heuel. Offenbar klappt das in den vergangenen Wochen aber recht gut. Von den acht Bewerbern, die den Kurs im Juli angefangen haben, ist nun nur noch einer übrig, die anderen sieben haben alle einen Job gefunden.

Langfristig strebt die Arbeitsagentur eine Quote von 60 Prozent an. Warum das auf einmal alles klappt? Die Jobcoaches überprüfen die Bewerbungsunterlagen, geben Tipps, wie man den Lebenslauf richtig schreibt und helfen auch bei der Suche nach freien Stellen oder Ausbildungsplätzen. Vor allem beim Lebenslauf und beim Anschreiben gibt es viele Fehler, die die Bewerber anfangs machen.

Bei Maria Müller hat es mit dem Anschreiben und dem Lebenslauf bestens geklappt. Innerhalb von einer Woche hatte sie drei Vorstellungsgespräche. Und am Ende einen Job.

Quelle: RP
 
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