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Heiligenhaus
Wie der Club 50.000 Euro sparen will

Heiligenhaus: Wie der Club 50.000 Euro sparen will
Auf ehrenamtliche Helfer kann sich Edelgard Eichberg im Club verlassen. Gerade hat der Airbrush-Künstler Uwe Fischer damit begonnen, eine Wand im Keller des Jugendfeizeitheims neu zu gestalten. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. Weniger Geld ausgeben - mehr Geld einnehmen? Das müssen Club-Chefin Eichberg und ihr Team ausbalancieren. Von Paul Köhnes

Die Litfaßsäule vor dem Eingang ist von Plakaten freigekratzt, drinnen ist Großreinemachen – und Edelgard Eichberg sitzt wenige Tage vor ihrem Urlaubsbeginn im Büro und organisiert das Programm für die Zeit danach im Jugendfreizeitheim Club. Diese Zeit wird nicht nur für die Chefin an der Hülsbecker Straße unter ganz neuen Vorzeichen stehen.

Der Auftrag: 50.000 Euro jährlich einsparen. Das ist die Konsequenz aus der bisher so nie da gewesenen Haushalts-Schieflage der Stadt. "Es ist noch kein Sparprogramm konkret für den Club beschlossen, nach der Sommerpause wird sich der Jugendhilfeausschuss noch einmal damit beschäftigen", sagt Eichberg. Es gehe aber keinesfalls um ein verordnetes Spardiktat: "Wie wir das Ziel erreichen, das bleibt unsere Sache. Es gibt im Prinzip zwei Möglichkeiten: Geld einsparen oder die Einnahmen erhöhen." Damit gilt für den Club im kleineren Rahmen das, was Kämmerer Michael Beck für den Stadthaushalt insgesamt seit Jahren im Blick haben muss. "Aufgabenkritik" nennt er oft als Weg dorthin.

Bloß: "Sparen am Programm, Streichung von Angeboten – das hat langfristig negative Folgen: Das Publikum bleibt dann weg" sagt Eichberg. Und umgekehrt die Preise anzuheben – das ist auch keine allein seligmachende Alternative: "Man kann sicher darüber reden, ob wir das Glas Mineralwasser oder die Cola für 50 Cent anbieten müssen. Aber es geht wohl kaum an, Kurgebühren deftig zu steigern." Sparpotenzial erkennt Eichberg, die auf drei Jahrzehnte Club-Erfahrung zurückblickt – möglicherweise im Kulturangebot, in der Anzahl von Konzerten. Das hängt auch zusammen mit den Arbeitszeiten der beiden nach der Pensionierung von Ubald Stark verbliebenen Club-Angestellten in Diensten der Stadt. Außer Edelgard Eichberg ist das Thomas Dichiser, der zurzeit die Stadtranderholung leitet. Eichbergs Blick geht in zwei Richtungen: Zum Einen sei es wohl einige Zeit machbar, den Club-Betrieb mit zwei fest angestellten Kräften aufrechtzuerhalten. Aber eben nur schwer auf Dauer, weil zu Hochzeiten sieben Tage pro Woche etwas los sei. Ob aus einer dritten Stelle – auf welcher Basis und zu welchen Konditionen auch immer – noch einmal etwas wird, steht allerdings in den Sternen. Zum Anderen dräut nach Sommerferien und Urlaubspause (ab kommender Woche ist der Club vier Wochen geschlossen) eine Bestandsaufnahme. Die Kernfrage der Club-Leiterin: "Was ist teuer, was bringt zu wenig?" Zwar will man weiter "Nischenanbieter" bleiben, doch wird es aus ihrer Sicht nicht gut gehen, Angebote nur kostendeckend zu machen. Wo möglich, sollen sie etwas einbringen. Aber ohne die Gäste kommerziell zu schröpfen.

Quelle: RP
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