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Ratingen
Wie man blinden Flecken vorbeugt

Ratingen. Ärzte empfehlen Menschen über 40 jährlich eine Augenuntersuchung; denn von Jahr zu Jahr nähert man sich kritischen Zuständen des Sehorgans. Von Gabriele Hannen

Ob Humphrey Bogart nun der schönen Ingrid Bergmann in die Augen geschaut oder, ob er sie zu Gleichem aufgefordert hat - es war ohne Zweifel etwas anderes als der manchmal rettende Blick des Augenarztes. Auch, wenn Bogart manches gerettet haben dürfte. Der Augenarzt wiederum kann mit klarem Blick und entsprechenden Gerätschaften diagnostizieren, ob das Augenlicht in Lebensgefahr ist.

Erfahrungsgemäß schleppen sich viele Patienten erst dann zum Arzt, wenn ihnen wirklich etwas weh tut und sie erheblich beeinträchtigt sind. Doch - was die Augen betrifft, merkt man nicht immer etwas davon, wenn Ungemach im Verzug ist. Einerseits stehen Fusseln im Blick ganz am Anfang einer möglichen Netzhaut-Ablösung, kündigt sich die drohende Zerstörung des Sehnervs beim Glaukom (Grüner Star) gar nicht an.

Die fliegenden Fusseln, die auch wie Mücken oder Pünktchen wahrgenommen werden, sind keine Einbildung. Es handelt sich um abgelöste Kollagenfasern, die sich mit steigendem Alter zusammenbacken und dann durch den Glaskörper - das Innere des Augapfels - schweben und die gallertartige Flüssigkeit trüben. Ein Besuch beim Augenarzt kann dem Patienten die Sorge nehmen. Und wenn er seine Aufmerksamkeit auf andere Dinge lenkt, geht es oft gleich besser. Wenn allerdings die fliegenden Mücken in dichten Schwärmen fliegen oder ein wahres Gewitter von Lichtblitzen die Augen illuminieren, ist Eile geboten: entweder auf dem Weg zum nächsten Augenarzt oder zur Augenklinik. Diese Symptome können auf eine drohende Netzhautablösung hinweisen. Der wiederum kann gar nicht selten mit einem Laser-Einsatz erfolgreich begegnet werden.

Augenärzte, auch der Ratinger Edgar Schnitzler, empfehlen Personen über 40 Jahren, jährlich eine Augenuntersuchung; denn von Jahr zu Jahr nähert man sich kritischen Zuständen des Auges. Zum Beispiel wissen die meisten Menschen nichts über ihren Augeninnendruck - man spürt ihn auch nicht. Durch den Druck auf die empfindlichen Fasern des Sehnervs stirbt dieser allmählich ab, wenn das Kammerwasser zu starken Druck ausübt. Es ist dafür verantwortlich, damit das Auge seine kugelige Form behält. Für die Erhaltung des Drucks ist der Abfluss des Kammerwassers jedoch wichtig - geht das nicht, steigt der Augeninnendruck an.

Durch den Druck auf die empfindlichen Fasern des Sehnervs stirbt dieser allmählich ab. Die Folge: Ausfälle im Gesichtsfeld. Langfristig droht die Erblindung. Bei Ausfällen oder Einschränkungen des Gesichtsfeldes nimmt man bestimmte Areale einfach nicht mehr wahr - sie sind wie ein blinder Fleck.

Das Glaukom oder "Grüne Star" ist in Deutschland noch immer eine häufige Ursache für Erblindungen. Wer über 40 ist, sollte alle zwei Jahre seinen Augeninnendruck überprüfen lassen. Menschen mit zusätzlichen Risikofaktoren sollten jedes Jahr zur Untersuchung gehen.

Grüner Star (Glaukom) ist keine seltene Erkrankung: In Deutschland gibt es ungefähr eine Million Betroffene, allerdings kennen nur 600.000 die Diagnose und werden entsprechend behandelt. Ein Viertel aller Blinden in Deutschland sind durch ein Glaukom erblindet.

Quelle: RP
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