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Ratingen
Wie Schulen auf den Beruf vorbereiten

Ratingen: Wie Schulen auf den Beruf vorbereiten
Nina Pauly (vorne) und Nursenem Gündüz von der Käthe-Kollwitz-Realschule wollen erst einmal Abitur machen bzw. ein Berufskolleg besuchen, bevor es ins Arbeitsleben geht. FOTO: achim blazy
Ratingen. Der Weg von der Schulbank in Ausbildung oder Studium ist für jeden jungen Menschen eine Herausforderung, die gut geplant werden sollte. Weiterführende Schulen helfen dabei, diesen Weg zu gehen. Von Monika von Kürten

Die Schulen übernehmen immer mehr die Aufgabe, den künftigen Berufsanfängern bei der Auswahl eines passenden Arbeitsplatzes und bei den entsprechenden Bewerbungen behilflich zu sein. Lehrerin Britta Berg koordiniert in der Käthe-Kollwitz-Realschule das Schülerbetriebspraktikum. Sie erklärt, wie dort die Schüler bei der Berufsfindung bereits ab Klasse acht unterstützt werden: Im Rahmen der Landesinitiative "Kein Abschluss ohne Anschluss" wird bei den Achtklässern zunächst eine sogenannte Potenzialanalyse durchgeführt.

Bei praktischen Übungen, schriftlichen Tests, Einzel- und Gruppengesprächen und -aufgaben werden die Kompetenzen, Stärken und Interessen der Schüler, die für den beruflichen Einstieg wichtig sind, von der Kreishandwerkerschaft Mettmann beobachtet. Die Ergebnisse der Analyse werden in einem Stärkenprofil zusammengefasst und jedem Schüler bereits am Ende des Tages in einem persönlichen Auswertungsgespräch ausführlich erläutert.

Im nächsten Schritt werden an drei bis vier Tagen Berufsfelderkundungen durchgeführt. "Die Schüler sollten idealerweise mindestens drei Berufsfelder kennenlernen, davon möglichst eins, das zu ihrer Potenzialanalyse passt", sagte Berg. Dabei nutzt die Schule unter anderem die Möglichkeit, Betriebe im Rahmen des "Girl's Day" kennenzulernen. Auch Eltern werden gefragt, ob sie ihren Kindern und eventuell deren Freunden ihren Arbeitsplatz zeigen können.

In der neunten Klasse werden Bewerbungsschreiben und Lebensläufe besprochen und praktisch geschrieben. Auch das Berufsinformationszentrum wird besucht, um möglichst viele Informationen über Arbeit und Beruf, Ausbildung und Studium und Bewerbung im In- und Ausland zu sammeln. Die Kooperationspartner Flughafen Düsseldorf mit seinen unterschiedlichen Berufszweigen und das Ratinger Adam-Josef-Cüppers-Berufskolleg mit seinen schulischen Weiterbildungsmöglichkeiten unterstützen die Realschule bei der Vorbereitung der Schüler auf ihre Zeit nach dem Schulabschluss.

Ein weiterer Schritt ist das dreiwöchige Schülerpraktikum im zweiten Halbjahr der neunten Klasse. "Wir legen Wert darauf, dass sich die Schüler selbstständig einen Platz suchen und ihre eigenen Erfahrungen bei der Suche machen. Auch müssen sie lernen, mit möglichen Absagen umzugehen. Natürlich unterstützen wir sie dabei. Im Unterricht besprechen wir, wie und wo entsprechende Stellen gefunden werden können, wie man sich auf eine Stelle bewirbt und vorstellt. Wird keine passende Stelle gefunden, helfen und vermitteln wir. Bis jetzt haben die Schüler immer einen Praktikumsplatz finden können, mit oder ohne Hilfe", sagt Berg.

Nina und Nursenem besuchen derzeit die Klasse 10 der Realschule in West. Sie haben 2015 ihr Praktikum absolviert. Nina hatte sich ein Hotel ausgesucht, Nursenem einen Kindergarten. Beide durften in den Betrieben richtig mitarbeiten und nicht nur zusehen. "Es war sehr informativ und ich kann es nur empfehlen. Aber es war doch sehr anstrengend, immer freundlich und ständig auf den Beinen zu sein", sagte Nina. Sie hat sich entschieden, erst einmal ein Berufskolleg zu besuchen. "Danach bin ich alt genug, um zur Bundeswehr zu gehen. Denn das ist meine andere Berufsvorstellung", fügte sie hinzu.

Nursenem möchte auch lieber erst einmal Abitur machen. Verlorene Zeit war die Berufsorientierung aber nicht: Wenn es nach der neuen Schule wieder um Berufswahl und Bewerbung geht, hat sie umfangreiches Informationsmaterial, auf das sie zurückgreifen kann.

Quelle: RP
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