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Wiebke Siever
"Will Ratinger stärker ans Museum binden"

Ratingen. Die neue Wissenschaftliche Mitarbeiterin bringt viele Ideen mit. So möchte sie noch mehr Veranstaltungen anbieten.

Ratingen Seit vergangener Woche ist im Museum Ratingen die Stelle für Wissenschaftliche Mitarbeit wieder besetzt. Die neue Kraft ist Wiebke Siever, die Kunstgeschichte, Mittelalterliche und Neuere Geschichte sowie Betriebswirtschaftslehre in Bonn, Oxford und Düsseldorf studiert hat. Ihre letzten Stationen waren Projektleitungen in der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und im LVR-Landesmuseum Bonn.

Kennen Sie Ratingen schon von früher?

Siever Wie man so schön sagt, kenne ich den Kreis Mettmann "von Geburt an". 1979 wurde ich in Hilden geboren. Danach wuchs ich in der Nähe von Jülich auf und die Familie fuhr gerne "in die Stadt" nach Düsseldorf oder machte Ausflüge ins Bergische. Während meines Studiums und danach blieben die Gegend um Düsseldorf neben Köln und Bonn immer Orientierungspunkte - gerade auch in Hinsicht auf Kunst und Kultur. Ich fühle mich hier schon jetzt sehr zu Hause.

Welche Aufgaben werden Sie im Museum übernehmen?

Siever Meine Aufgaben bestehen unter anderem in der Mitarbeit bei Konzeption und Organisation von Ausstellungen auf wissenschaftlicher Grundlage. Hier geht es auch darum, nach passenden Fördermöglichkeiten zu suchen und die Zusammenarbeit der Beteiligten gewinnbringend und nachhaltig zu gestalten. Weiterhin eignet sich das Ratinger Museum mit seiner stadtgeschichtlichen und kunsthistorischen Ausstellung wunderbar als außerschulischer Lernort. An der Weiterentwicklung der hervorragenden bestehenden Projekte möchte ich gerne mitwirken und passende Kooperationspartner finden.

Welche Künste können Sie aus Ihrem letzten Job nach Ratingen übertragen?

Siever Neben den kuratorischen Tätigkeiten koordinierte ich bei meinen letzten Projektleitungen die Zusammenarbeit unterschiedlichster Partner. Die Schnittstellen zu einer besucherorientierten Vermittlung und der Öffentlichkeitsarbeit reizen mich besonders. Neben meinem Wissenschaftlichen Volontariat im LVR-Landesmuseum Bonn war mir die Galeriearbeit eine gute Schule.

Welche Ideen möchten Sie unbedingt verwirklichen?

Siever Ich könnte mir als spannendes Projekt vorstellen, die über Jahrhunderte wechselvollen Beziehungen zwischen Ratingern und Franzosen abzubilden.

Wie kommen Sie mit der Ratinger Kundschaft zusammen ?

Siever Ich möchte dazu beitragen, das Museum Ratingen weiterhin als multifunktionalen Ort zu positionieren. Dabei hat die klassische Museumsarbeit Priorität: Sammeln, Bewahren, Ausstellen und Vermitteln. Für unverzichtbar halte ich es, eine attraktive museale Atmosphäre zu erzeugen, in der man sich gerne aufhält. Es ist für mich eine grundlegende und reizvolle Aufgabe, über ein lebendiges Veranstaltungsprogramm die Bindung der Ratinger an ihr Museum zu stärken. Museums- und Stadtrallyes für Kinder und Jugendliche, Ferien- und Atelierkurse, Vorträge und Art Talks, Musikveranstaltungen, Kunst-Feierabende, Museumsnächte und Workshops speziell auch für ansässige Firmen sind bereits praktizierte oder auch angedachte Formate.

Was sind Ihre Stärken?

Siever Ich kann motivieren und integrieren. Ich denke, dass es mir gelingt, meine eigene Überzeugung und Begeisterung für stimmige Projekte anderen Teammitgliedern, Künstlern und Kooperationspartnern zu vermitteln und im besten Fall auch zu ihren Anliegen zu machen.

Stellen Sie sich mit einer Aktion der Öffentlichkeit vor?

Siever Nach wie vor ist das Rheinland eines der vielfältigsten Kulturzentren überhaupt. Insbesondere die Dichte an Privatsammlungen ist beeindruckend. Gerne würde ich eine Ausstellungsreihe initiieren und konzipieren, die jungen Kunstsammlungen aus dem Ratinger und Düsseldorfer Umfeld sowie dem Rheinland generell ein Forum bietet.

Was ist Ihr beruflicher Schwerpunkt und - passt der zum geplanten Tätigkeitsbereich?

Siever Ich "liebe" nicht nur Kunst - mein Interesse gilt vor allem der Geschichte. Ich halte eine gute historische Allgemeinbildung für grundlegend.

Und wie war Ihr erster Eindruck vom Museum Ratingen?

Siever Als ich das neu eingerichtete Museum betrat, fühlte ich mich schon im offenen, einladenden Empfangsbereich wohl. Absolut beeindruckt bin ich von den Räumlichkeiten des Museums: Es sind großzügige, helle Räume, die Ein- und Ausblicke bieten und die Wirkung des Tageslichts einsetzen. Die Ausstellungsflächen sind variabel gestaltet, auch Großformate kommen zu ihrem Recht.

GABRIELE HANNEN STELLTE DIE FRAGEN

Quelle: RP
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