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Stephan Nau
"Wir gehen Kürzungen motiviert an"

Stephan Nau: "Wir gehen Kürzungen motiviert an"
Stephan Nau und sein Team vom Kulturbüro müssen ab 2016 mit jährlich 20 000 Euro weniger auskommen. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Der Leiter des Kulturbüros spricht über seine Arbeit und die Herausforderungen durch die neuen Sparvorgaben.

HEILIGENHAUS Im Januar wurde Stephan Nau, bisher bei der Wirtschaftsförderung für Marketing und Tourismus zuständig, neuer Leiter des Kulturbüros. Er fand einen gut organisierten Bereich vor, der aber - wie alle anderen Fachbereiche der Stadtverwaltung - ab 2016 erhebliche Einsparungen zu verkraften hat.

Herr Nau, das erste Quartal als neuer Chef des Kulturbüros liegt hinter ihnen. Wie haben Sie sich eingelebt?

Stephan Nau Auch wenn aufgrund des zeitlichen Abstands zum Ausscheiden von Henrik Schulze-Neuhoff eine Einarbeitung durch meinen Vorgänger nicht möglich war, bin ich dank eines guten Teams schnell im operativen "angekommen". Die Fachbereiche hatten schon länger eng zusammengearbeitet, so habe ich viele Dinge auch vorher schon mitbekommen. Die größten Neuerungen lagen eher in den Verwaltungsaufgaben, die auf mich als Abteilungsleiter jetzt zukamen. Auch neu war für mich die Intensität der Medienarbeit, die der kulturelle Bereich mit sich bringt: Neben der Erstellung eigener Medien wie dem Kulturkalender sowie der Pflege von Internet- und Facebook-Seiten sind auch die Pressekontakte intensiver und häufiger.

Ihr bisheriger Arbeitsbereich und das Kulturbüro wurden jetzt in einen Fachbereich zusammengefasst. Wie passt das zusammen?

Nau Die Bereiche Tourismus und Kultur ergänzen sich perfekt - und zwar in beide Richtungen. Schon früher haben sich unsere Arbeitsgebiete häufig überschnitten. Meine Mitarbeiter und ich organisieren Veranstaltungen - in erster Linie das Stadtfest und den Weihnachtsmarkt - und wir kümmern uns darum, dass wir Künstler für die zahlreichen Abendveranstaltungen bekommen. Außerdem pflegen wir die Städtepartnerschaften - zum Beispiel dadurch, dass wir deren Festivitäten besuchen und Heiligenhaus dort präsentieren. Im Tourismus konzentrieren wir uns darauf, die überregionalen Konzepte und Veranstaltungen zu begleiten und für Heiligenhaus mit Leben zu füllen.

Das sind zum Beispiel?

Nau Ganz aktuell ist das zum Beispiel die Fahrradrallye, mit der die Nordbahntrasse in Wuppertal eingeweiht wird. Heiligenhaus ist dabei eine Stempelstation, die bei den Teilnehmern den Ehrgeiz wecken dürfte, sie zu erreichen. Am 10. Juni machen die Neanderland-Wanderwochen Station bei uns. Am Neanderlandsteig empfangen wir die Wanderer mit einer Greifvogel-Führung, besuchen das Waldmuseum und schließen den Tag im Hofcafé Abtsküche ab. Solche Veranstaltungen eignen sich perfekt, um die schönen Seiten von Heiligenhaus zu zeigen und die Besucher damit zum Wiederkommen zu bewegen.

Kommen wir zurück zur Kultur. Wann erfahren Interessierte, was das Stadtfest im Juni zu bieten hat?

Nau Wir befinden uns gerade in der Endredaktion für Faltblatt und Plakat, die dann spätestens Ende April in die Verteilung gehen. Wir setzen auf bewährte Konzepte und konnten wieder ein spannendes Bühnenprogramm zusammenstellen. Auch wir Mitarbeiter freuen uns zum Beispiel schon auf "Just Pink", die bereits vor zwei Jahren hier waren und für einen so gut wie nie zuvor gefüllten Rathausplatz gesorgt hatten.

Weniger freuen werden Sie sicher die Etatplanungen. In dieser Woche wurde klar, dass ab Januar jährlich 20 Prozent weniger zur Verfügung stehen. Wie packen Sie die Aufgabe an?

Nau Zunächst einmal sind ja alle Fachbereiche von den notwendigen Kürzungen betroffen. In unserem Etat macht das etwa 20 000 Euro aus, die wir in 2016, 2017 und 2018 weniger zur Verfügung haben. Wir wussten zwar, dass Kürzungen kommen, aber die konkrete Höhe ist uns auch erst jetzt klar - so konnten wir uns bisher noch nicht mit den Folgen für unser Angebot auseinander setzen. Aber wir werden das motiviert angehen und das Beste draus machen. Ich denke aber, dass wir an den Einnahmemöglichkeiten nicht viel verändern können, so wird es schon auf Einschränkungen im Veranstaltungssektor hinauslaufen.

Ist davon die Planung für das aktuelle Jahr auch schon betroffen?

Nau Wir müssen zwar auch 2015 schon 5000 Euro einsparen, dürften nach aktuellem Stand aber damit zurecht kommen, ohne bestehende Planungen zu verändern. Was genau wir im zweiten Halbjahr anbieten, wird noch nicht verraten; aber wir haben den einen oder anderen "Knaller" dabei.

STEFAN MÜLDERS STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
 
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