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Heiligenhaus
Wirbel um Zukunft der Sportfeld-Halle

Heiligenhaus: Wirbel um Zukunft der Sportfeld-Halle
Auf der Besuchertribüne verfolgten die Zuhörer die Diskussion um die Sporthalle. Unabhängig vom nicht-öffentlichen formalen Beschluss gibt es bereits erste Planansätze für die Neuordnung des Gruppensportbetriebs in der Stadt. FOTO: Blazy, Achim (abz)
Heiligenhaus. Sie soll an die Erstunterkunft des Landes für Flüchtlinge vermietet werden. Gestern Abend beriet der Sportausschuss. Von Paul Köhnes

"So kann man mit Bürgern und Politikern nicht umgehen. Keine Spur von Transparenz und Offenheit - das ist alles, vorsichtig gesagt, sehr, sehr unbefriedigend." Schon vor der Sitzung des Ausschusses für Bildung und Sport gestern Abend nahm der Ausschussvorsitzende Ingmar Janssen (SPD) gegenüber unserer Zeitung kein Blatt vor den Mund. Grund seines Zorns: Der Umgang der Verwaltung mit der Absicht, die Turnhalle am Sportfeld zu vermieten. Sie soll die Kapazitäten der Erstunterkunft des Landes für Flüchtlinge erweitern. Die Tagesordnung zu dem Thema war am Abend zweigeteilt. Öffentlich sollte es lediglich eine Mitteilung der Verwaltung zur weiteren Vorgehensweise gehen, nicht-öffentlich dann den Beschluss - Vermietung ja oder nein. So blieb es auch nach einem Antrag der SPD, die auch den Beschluss öffentlich machen wollte.

Hintergrund der Diskussion ist ein entsprechendes Amtshilfeersuchen der Bezirksregierung Düsseldorf. Es liegt bereits zum zweiten Mal vor. Sagt eine Stadt "Nein" zur Anfrage, kann die Bezirksregierung eine Sporthalle auch für die geplante Nutzung einziehen. Allen Beteiligten war klar: Man befindet sich in einer unerfreulichen Zwangslage: Auf die Halle wird man mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit unabhängig von eigenen Beschlüssen verzichten müssen. Unabhängig davon werten die Fraktionen unterschiedlich, wer für das Zustandekommen der Zwickmühle verantwortlich gemacht werden soll. Ein klares "Nein" zu einem schnellen Beschluss kam von SPD und Bündnisgrünen. Dezernent Michal Beck hatte zunächst auf die dramatisch verschärfte Lage angesichts wöchentlich anschwellender Flüchtlingsströme landesweit hingewiesen. So habe er - anders als noch vor sieben Wochen - keine Chance gesehen, das Ansinnen der Bezirksregierung erneut abzulehnen. Das brachte ihm seitens des Stadtsportverband-Chefs Bernhard Grote einen Vorwurf ein: Schon nach der ersten Anfrage hätten die Vereine vorgewarnt werden können. Vor diesem Hintergrund - und abseits aller Formalitäten - blieb die Diskussion sachlich. Dafür sorgte nicht zuletzt Anja Winterscheidt, die exzellent auf die Sitzung vorbereitete Sprecherin der SSVg. Vor überfüllter Zuhörertribüne schilderte sie Stand und Auswirkungen der Hallendebatte aus Sicht des am stärksten getroffenen Sportvereins. 555 betroffene Sportler in 19 Gruppen nutzen die Halle aktuell. Die Anforderungen seien teils so spezifisch, dass angebotene Alternativzeiten und -orte nicht in Frage kämen. Ein Beispiel: "Wir können uns nicht vorstellen, Kindergruppen in den Mehrzweckraum am Umweltbildungszentrum zu schicken." Es gehe nun um ein Stück Vermittlungsarbeit, an dem sich die Verwaltung versprach zu beteiligen. So gebe es im Hallenplan "Sahnezeiten" und "Saure-Gurken-Zeiten". Die gelte es gerecht zu verteilen. Insofern sind die Überlegungen des Sportvereins schon über die Beschlusslagen hinweg, Ein Schreiben der Verwaltung hatte in der vergangenen Woche allerdings für Ärger gesorgt, weil es unvermittelt, "wie eine Tracht Prügel" angekommen sei. Winterscheidts Reaktion: Jetzt werde man Beck auf alle inzwischen gemachten Zusagen "festnageln".

Quelle: RP
 
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