| 00.00 Uhr

Kreis Mettmann
Wo Strauchschnitt den Verkehr bremst

Kreis Mettmann: Wo Strauchschnitt den Verkehr bremst
Kahlschlag am Straßenrand: An der A3 Höhe Hilden und im Kreuz wird bald gefällt, ebenso an den Landstraßen im Kreis. FOTO: rm-
Kreis Mettmann. Seit Anfang Oktober schneidet Straßen NRW Bäume und Sträucher an den Autobahnen und Landstraßen zurück. Von Tanja Karrasch und Gökçen Stenzel

Ab Oktober sind sie wieder an Straßenrändern zu sehen: Arbeiter in Orange mit Schutzhelmen und -masken und mit großen Kettensägen. Bis Ende Februar des kommenden Jahres werden sie Bäume und Sträucher stutzen, pflegen, fällen. Die Gehölzpflege wird von Straßen NRW durchgeführt. Priorität hat dabei die Verkehrssicherheit. So soll verhindert werden, dass die Sicht auf Schilder, Ampeln oder Kreuzungen verdeckt wird. Kranke und alte Bäume verlieren zudem ihre Standsicherheit und können zur Gefahr für Autofahrer werden.

Das Resultat kommt - zumindest für den botanischen Laien - einem Kahlschlag gleich: So sah es an der A 3-Ausfahrt Mettmann Anfang dieses Jahres so verheerend aus, dass sich etliche Autofahrer aufregten und bei Straßen NRW beschwerten. Aber ein solcher Anblick sei nicht von langer Dauer, hieß es: "In einigen Bereichen wird dies in regelmäßigen Intervallen praktiziert. Aber solche kahle Stellen sind spätestens nach zwei Jahren wieder zugewachsen und nicht wiederzuerkennen", sagte Laurenz Braunisch vom Straßenbetrieb damals. Allerdings: Mehrere solcher Stellen zu gleicher Zeit auf recht kleinem Raum führt immer zu Unverständnis und Ärger.

Aktuell soll im Kreis Mettmann in den kommenden Monaten an der A3 am Autobahnkreuz Hilden Gehölz für Lichtraumprofil geschlagen werden, ebenso an der A 46. Auf den Landstraßen soll ebenfalls einiges geschehen: Auf der L156 bei Mettmann stehen selektive Bestandspflege, aber auch Baumfällarbeiten an. Auch die L239 zwischen Mettmann und Ratingen sowie die L282 bei Hilden stehen auf der Liste. Hinzu kommen mehrere Stellen der L357 bei Erkrath und Haan-Gruiten sowie die L403 im Bereich Hilden, Erkrath und Mettmann. Straßen NRW erklärt ergänzend: "Mitunter kann Pflege auch bedeuten, dass eigentlich gesunde Bäume in größerer Zahl entfernt werden müssen, wenn sie eine potenzielle Gefahrenquelle darstellen." Für die Gehölzpflege setzt der Landesbetrieb aber Fachleute ein: Landschaftsarchitekten, Landschaftspfleger und auch ausgebildete Baumkontrolleure. Die legen im Vorfeld genau fest, welche Bäume beschnitten oder gefällt werden müssen. Bei den einzelnen Maßnahmen werden aber grundsätzlich auch die Vorschriften zur natur- und artenschutzrechtlichen Belangen gemäß dem Landschaftsgesetz des Landes und dem Bundesnaturschutzgesetzt beachtet. Selektive Bestandspflege bedeutet, dass Sträucher, die im Randbereich zur Straße stehen, zurückgeschnitten und im hinteren Bereich einzelne Bäume entfernt werden, damit deren Nachbarn freier stehen. In den entstehenden Zwischenräumen können sich dann neue Pflanzengenerationen entwickeln.

Durch den Gehölzschnitt am Straßenrand kommt es gerade auf Autobahnen oft zu Stau: "Sträucherschnibbeln" nennen Autofahrer das. Arbeiten im Mittelstreifen werden als Wanderbaustelle durchgeführt. Daher gibt es immer wieder Anfragen bei Straßen NRW, warum die Arbeiten nicht nachts erledigt werden können. "Das nachts zu erledigen, wäre sehr gefährlich. Das Arbeiten mit Strauchwerk bei schlechten Sichtverhältnissen ist für die Arbeiter sehr gefährlich. Sie selbst sehen nicht alles und vor allem werden sie nicht rechtzeitig gesehen", heißt es seitens des Landesbetriebes.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kreis Mettmann: Wo Strauchschnitt den Verkehr bremst


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.