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Stadthalle
Wo Veranstalter neue "Knaller" suchen

Ratingen. Klamauk, Spaß und Tanz sorgten für Fröhlichkeit. Allerdings haben nicht außerplanmäßig die tollen Tage der fünften Jahreszeit begonnen. Sonntagnachmittag hatten nur 16 Künstler, alle rheinländischer Provenienz und in der Künstleragentur Kan organisiert, die Bühne im Suitbertussaal erklommen, um sich und ihr Repertoire vorzustellen und neue Aufträge zu bekommen.

Zehn Euro Eintritt waren dafür zu berappen, "gern investiertes Geld", wie Harald Jobst sagte. Er ist Gastronom, kommt aus Duisburg und ist "seit mehr als 50 Jahren mit dabei, wenn Karneval, Stadtfeste und Schützenfeiern organisiert werden müssen". Ein Profi also, der das Metier kennt. "Es ist nicht mehr ganz leicht, etwas Neues zu finden. Vor allem etwas, bei dem das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt." Der Markt ist hart umkämpft, "man kennt ja auch schon so viel aus dem Fernsehen, es ist echt nicht leicht, etwas zu finden, was die Leute rockt", sagte Michael Meier, Schütze aus Düsseldorf. Mit so etwas wie einem Kurzprogramm als geballter Essenz seines Humorprofils durfte Heinz Hülshoff, der singende Wirt, den Nachmittag eröffnen. "Lass' mich dein Skilehrer sein", bat er. Denn "ob im Schnee oder Bett, ich bin immer supernett." Da flogen noch nicht alle Löcher aus dem Käse, denn ein bisschen Staunen und Bewunderung musste auch für einen LED-Künstler bleiben. Der ließ für seinen Auftritt die Halle "schnuckelig verdunkeln", wie Moderator Dirk Elfgen sagte. Er grüßte mit Luftballons und hatte ein paar sphärische Zwischentöne später bereits die wichtigste aller Feierfragen auf den Neonlippen: "Sind wir im Wald hier, wo bleibt unser Altbier?!"

"Eigentlich ist das ja wie beim Sport, es kommt auf die Tagesform an", beurteilte Harald Jobst die Darbietungen. Manche "sind schon so unheimlich lange im Geschäft und lernen sogar noch was dazu." So wie Bauchredner Marcus Magnus. Früher war er auch Zauberer, unter anderem auch Karnevalsprinz. Jetzt stand er mit Charly, einem frechen Vogel, vor den Gästen. "Wann fliegen Störche nach Süden?", sollte Charly sagen. Die Antwort kam prompt: "Wenn die Schwänze nach Norden zeigen." Einige Pointen später animierte dann "Der Uli, das Gelbe vom Ei", weshalb er sich in seine Lieblingsfarbe gehüllt hatte, zum Lachen. Rollbratentaft trägt seine Gattin um die Beine, 93-63-93 lauten deren Traummaße - pro Bein. Mutmaßlich 75 Prozent der Zuhörer kamen aus der karnevalistischen Szene und hatten ihr Vergnügen. So wie Michael Jauerning. "Extra aus Hagen" gekommen, mit einem Kollegen: "Wir suchen noch Knaller für unsere Veranstaltung." Ihr Karnevalsverein ist klein, muss aufs Budget achten. Die Veranstaltung in Ratingen war "schön, aber wir informieren uns auf jeden Fall auch noch über eine Freundin". Die lebt in Düsseldorf, und "ganz dicht an der Quelle, was so geht". von

Quelle: RP
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