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Heiligenhaus
Wohnen zwischen Wiese und Industrie

Heiligenhaus: Wohnen zwischen Wiese und Industrie
Nördlich der Heide ist eine der letzten Möglichkeiten in der Stadt, auf der grünen Wiese zu bauen. Hier soll ein Wohngebiet entstehen. FOTO: A. Blazy
Heiligenhaus. Das Gewerbegebiet Hetterscheidt Nord platzt aus allen Nähten. Für Wohnraum ist nahebei aber noch etwas Platz. Von Henry Kreilmann und Paul Köhnes

Aufgrund sinkender Einwohnerzahlen, vor allem in den vergangenen zehn Jahren, hat die Stadt Heiligenhaus als Gegenmaßnahme ihre Aktivitäten zur Mobilisierung von Bauland verstärkt. Nach den Kant-Höfen, Grün-Selbeck, dem Panoramagarten hat man nun eine neue Fläche ausgemacht, an der, laut aktueller Planung, bis zu 60 Wohneinheiten entstehen sollen: Da wo jetzt noch auf 4,12 Hektar Ackerland ist, eingefasst von Südring, Kurt-Schumacher-Straße und Christine-Teusch-Weg.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung billigte mehrheitlich sowohl den Vorentwurf der 34. Änderung des Flächennutzungsplans und die Vorentwurfsfassung des Bebauungsplans. "Die Nachfrage, nach Wohnraum in Heiligenhaus ist ungebrochen", freut sich Bürgermeister Jan Heinisch. "Die Interessentenliste nach den Bauprojekten Selbeck und Panoramagarten ist riesig." Es sollen auch hier, laut Stadtplaner Siegfried Peterburs, Grundstücke von 350 Quadratmetern für Doppelhaushälften, sowie 400 bis 500 Quadratmeter-Grundstücke für freistehende Einfamilienhäuser entstehen.

Das Gewerbegebiet Hetterscheidt-Nord ist inzwischen durch ein weiteres Areal im Stadtteil ergänzt. Die neuen Flächen dort sind schon vergeben. FOTO: A. Blazy

Bauliche Besonderheiten seien hier die stark geneigte Lage, die von Norden zum Laubecker Bach hin abfalle. Die Erschließung soll von der Kurt-Schumacher-Straße über eine 9 Meter breite Planstraße erfolgen. "Zwischen der Bundesstraße und der PIanstraße wird ein Abstandsstreifen eingehalten, als Schall- und Sichtschutz zur Bundesstraße sowie zu dem Gewerbegebiet. Diese Grünfläche soll auch für die Realisierung von Ausgleichsmaßnahmen genutzt werden", heißt es in der Vorlage.

Ebenso: "Mit Entwicklung des Neubaugebietes wurde mit dem Eigentümer des Wüstenhofs vereinbart, die umfangreichen Nebengebäude, die sich im Landschaftsschutzgebiet befinden, abzureißen. Lediglich das Haupthaus und die westlich davon gelegene Scheune sollen erhalten bleiben, so dass das Landschaftsschutzgebiet aufgewertet werden kann." Aus der CDU-Fraktion kam die Bitte, für ausreichend Parkraum zu sorgen, der fehle in den jüngst errichteten Neubaugebieten oftmals.

Insgesamt geht es allein in Hetterscheidt an drei stellen um einen kompletten Wandel des Ortsteils. Wobei die Randlagen, hin zur künftigen A 44 bisher noch verfügbaren Raum boten. Der ist - was das Gewerbe angeht - nun ebenfalls erschöpft. So wird der Dienstleister PST bald von Ratingen nach Hetterscheidt umziehen - auf das Gelände des alten Obi-Marktes an der Stadtgrenze zu Velbert. Siegfried auf dem Graben aus Mettmann, bisheriger Eigentümer, verkaufte die Immobilie an die PST GmbH.

Und in Hetterscheidt Südost hat der alteingesessene Kunststoff-Verarbeiter Hoffmann drei Millionen Euro in seinen neuen Standort investiert. Mehr Platz und eine bessere Möglichkeit, die täglichen Schwerlast-Transporte über das Firmengelände zu dirigieren gaben den Ausschlag. Am alten Standort im Gewerbegebiet Hetterscheidt Nord sei man nicht mehr klargekommen mit Platz und Infrastruktur. Neue Nachbarn werden in absehbarer Zeit ein Galvanikbetrieb und IWS-Sicherheitstechnik sein.

Quelle: RP
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