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Ratingen
Zappeln ausdrücklich erwünscht

Ratingen: Zappeln ausdrücklich erwünscht
Den Bewegungskindergarten "Springmäuse" des Turnvereins Ratingen 1865 gibt es seit 20 Jahren. Das wird am Samstag von 12 bis 18 Uhr groß gefeiert. FOTO: achim blazy
Ratingen. Anerkannte Bewegungskindergärten wie der des TV Ratingen sorgen für Fitness und fördern soziale Kompetenzen. Von Valeska von Dolega

Die Zahlen sind alarmierend: Jedes fünfte Kind in Europa ist übergewichtig. Als Ursachen für die immer häufiger auftretende Fettleibigkeit (Adipositas) machen wissenschaftliche Studien neben sozialen Faktoren vor allem den Mangel an Bewegung aus. Befeuert von der Idee, Kinder zu aktivieren, hat der Kreissportbund längst Konzepte entwickelt, um einen gesünderen Lebensstil zu fördern. Die erfolgreiche Verknüpfung dieser Sportmodule in Kindertagesstätten mündet in einem Qualitätssiegel, dem anerkannten Bewegungskindergarten.

Dieses Zertifikat trägt zum Beispiel die Einrichtung "Die Springmäuse" des Turnvereins (TV) Ratingen, die am Samstag am Stadionring ab 12 Uhr ihren 20. Geburtstag feiert. "Im Bewegungskindergarten geht es um eine ganzheitliche Bewegungserziehung. Dazu gehören Motorik, Wahrnehmung, Körperbeherrschung, Kreativität und die soziale Entwicklung", sagte Einrichtungsleiterin Helga Osterkamp.

Fachleute des TV Ratingen unterstützen die Erzieherinnen dabei, die Kinder auf Trab zu halten. Das ist Voraussetzung für einen anerkannten Bewegungskindergarten, zwischen Kita und einem ortsansässigen Sportverein muss ein Kooperationsvertrag geschlossen werden. Erzieherinnen lassen sich dann entsprechend ausbilden, um mit den Kleinen hüpfen, klettern und balancieren zu üben und die Einrichtung muss über geeignete Räume verfügen, kindgerechte Sportgeräte inklusive. Bei den Springmäusen werden fürs tägliche Workout Sporthallen, Bewegungsraum und das Stadion genutzt. Und immer mal wieder werden zur Auflockerung sportliche Wettbewerbe ausgerufen.

Dabei dürfen Klassiker wie Dauerlauf, Sprint und Sprungübungen nicht fehlen. "Durch die Bewegung und das Miteinander werden das Selbstbewusstsein und die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder gefördert", weiß Helga Osterkamp. Ein erfolgreiches Modell, das auch das Caritas-Familienzentrum Heiligenhaus "Im Nonnenbruch" nutzt. 2011 erfolgte die Zertifizierung. Der Tag beginnt hier schon mal mit so etwas wie einer gesungenen Gymnastikstunde. Zu "Wer will Sportler beim Training sehen, der muss zu uns Kindern gehn'" recken Mädchen und Jungen die Hände, hüpfen und lassen die Hüften kreisen. So oft wie möglich tun sie das auf dem Außengelände. Das wird neben dem Bewegungsraum fleißig genutzt, zu allen Jahreszeiten. Darüber hinaus lädt der eigene Gemüsegarten zu Aktivität an der frischen Luft ein. Der brachte der Kita übrigens die weitere Zertifizierung "Pluspunkt Ernährung" ein.

Vorzeigebeispiel qualifizierter Angebote liefert auch das seit 2003 zertifizierte Steppkeshaus in Heiligenhaus. Wippgeräte, Hüpfkästen oder Pedalos liegen überall bereit, es gibt Bewegungsräume, Turnhalle und den Außenbereich mit Treppe und Kletterturm.

Die Kindertagesstätten sind für die Gesundheitsoffensiven gerüstet. Allerdings müssen die Bewegungsoffensiven im Elternhaus fortgeführt werden. Das zu vermitteln, ist für die Pädagogen oft die schwierigste Übung, heißt es.

Quelle: RP
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