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Ratingen
Zehn Jahre Musik im Haus zum Haus

Ratingen: Zehn Jahre Musik im Haus zum Haus
FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen. Zum Geburtstag des Konzertsaals erlebte das Eröffnungsprogramm aus dem Jahr 2005 eine Neuauflage. Von Gabriele Hannen

Selbst für die jüngeren Besucher der Konzerte in Haus zum Haus, die jetzt zum Jubiläumskonzert erschienen, war das Jahrzehnt mit Musik in der Wasserburg, wie man so sagt, "im Fluge" vergangen. Und begangen wurde das festliche Konzert mit dem Programm, das 2005 mit dem ersten Event in der Konzertsaal-Scheune die Basis für eine beständige Variante im Ratinger Kulturleben legte.

Die Kulturstiftung "Wasserburg Haus zum Haus" organisiert die Reihe; Herz und Motor war von Beginn an das Ehepaar Lambart, das natürlich keine Veranstaltung ausließ. Nach dem Tod ihres Mannes liegt vieles nun bei Christa Lambart, unter anderem die Würdigung der Konzerte und der Künstler allein zu übernehmen - sie tat das mit gewohntem Charme und in Erinnerungen: "Trinken sie bitte gleich auch einen Sekt auf Bruno".

In der ersten Zeit haben vornehmlich die Zuhörer Karten ergattert, die mit reichlich Morgenfreizeit gesegnet waren und ihre Tickets in der Früh telefonisch bestellen konnten; denn Tickets nehmen keine Umwege über Agenturen. Inzwischen ist der Bestellbeginn auf den Nachmittag verlegt worden, was das Verfahren um einiges entspannte. Seit zehn Jahre sind die Konzerte stets ausverkauft. Eine treue Gemeinde hat sie zu ihrem ganz persönlichen Kulturgenuss gemacht. So interessant wie das Programm mit Werken von Brahms, Schubert und Mendelssohn Bartholdy, von Hugo Wolf und Donizetti sind sicher auch die Studierenden der Robert Schumann Musikhochschule Düsseldorf, die bei den Konzerten auftreten. Sie musizieren nämlich nicht nur ziemlich virtuos - was man als Publikum sehr gut wahrnehmen kann - sondern können oft auch eine ganze Menge zu den Stücken erzählen und mit einem interessanten Leben aufwarten. Pablo Quintanilla (Violine), der "Le grand Tango" (Mstislav Rostropovich gewidmet) performte, hätte Astor Piazzolas Leben und Werk rauf und runter erzählen können; seine Begleiterin am Klavier, Amina Taikenova, in Kasachstan geboren, hat schon etliche Preise bei Klavierwettbewerben einheimsen können. Die Sopranistin Jana Marie Gropp, die ebenfalls von ihr begleitet wurde, studiert neben der Musik auch noch Medizin und ist da schon ziemlich weit gekommen.

Und Katerina Yazhova, die zum Auftakt mit temperamentvollem Klavierspiel die "Ungarischen Tänze" darbot - verdingt sich zur Studienfinanzierung als Hundesitterin. Bei einem Streichquartett von Mendelssohn Bartholdy und einem Klavierquartett glänzten Dominik Zielke und Aisha Turetayeva an der Violine, Matthias Wähner (Viola) und Salka Frey, deren Eltern Geiger sind, brillierte am Cello. Trang-Tina Nguyen, Klavier, schließlich, die bereits bei Regional- und Landeswettbewerbe "Jugend musiziert" diverse Preise bekommen hat, kann außer ihren musikalischen Künsten auf ein erfolgreich absolviertes Studium im Bereich Werbung und Marktkommunikation zurückblicken.

Alles zusammen und ein wieder einmal gutes Konzert waren das wert, was allüberall "ein Gläschen" Sekt genannt wird. Das Glas fasste 0,1 Liter.

Quelle: RP
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