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Hösel
Zum Essen gehört auch Zucker

Hösel. Die Ausstellung "Mit Leib und Seele" beschäftigt sich mit der Zuckerrübe.

Zucker - ob im Kuchen, Keks, Bonbon, Dessert, in der Schokolade, im Kaffee oder Tee - der süße Genuss ist besonders in der dunklen Jahreszeit Balsam für Leib und Seele. Zuviel Zuckergenuss macht krank. Wie, seit wann und wo wird Zucker industriell hergestellt? Diese und andere Fragen rund um das Thema Essen und Trinken beantwortet die Sonderausstellung im Oberschlesischen Landesmuseum "Für Leib und Seele" noch bis zum 19. Februar 2017.

Unser Zucker kommt aus der Rübe. Derzeit ist die Zuckerrübenernte in vollem Gange. Die Gewinnung von Zucker ist ein komplexes Geschehen. Bevor die industrielle Herstellung von Zucker aus Rüben gelang, wurden Rohrzucker und Honig als Süßmittel benutzt. Mit der Rübenzuckerindustrie in Preußen aufs Engste verbunden ist der Chemiker Franz Carl Achard (1753-1821). Auf seinem Gut im niederschlesischen Cunern bei Wohlau errichtete er im Jahr 1801 die erste funktionsfähige Rübenzuckerfabrik der Welt. Bis zu diesem Zeitpunkt war der in Übersee gewonnene Rohrzucker in Europa ein Luxusprodukt. Die Fähigkeit, Zucker aus heimischen Pflanzen gewinnen zu können, war die wesentliche Voraussetzung dafür, dass aus ihm im 19. Jahrhundert ein günstiges Süßungsmittel für die breite Bevölkerung werden konnte. Achards Fabrikwurde1807 durch ein Feuer zerstört und er selbst starb 1821 verarmt und weitgehend vergessen. Aber auf der Grundlage seiner Arbeit entwickelte sich ab den 1830er Jahren eine blühende Rübenzuckerindustrie in Schlesien und anderen europäischen Regionen.

Alles, was süß und lecker ist, steht auch im Mittelpunkt des nächsten Aktionsnachmittags "Kochen, braten, backen" für Kinder von sieben bis zehn Jahren am kommenden Samstag, 29. Oktober, 14.30 bis 16.30 Uhr im Oberschlesischen Landesmuseum. Gemeinsam wird ein Apfelkuchen gebacken. Danach geht es in der Ausstellung auf Entdeckungstour, um Antworten auf diese Fragen zu finden: Wie haben die Menschen früher gekocht und gebacken? Welche besonderen Spezialitäten gibt es in Schlesien? Anschließend ist auch der Kuchen fertig und wird gemeinsam gegessen.

Anmeldungen unter "hegenscheidt@oslm.de" oder 02102/965 0 Preise: 9 Euro.

Quelle: RP
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