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Ratingen
Zum Singen ist man nie zu alt

Ratingen. Zu den vielen Gesangsgemeinschaften von St. Peter und Paul gehört auch ein Seniorenchor - 74 Stimmen stark. Von Gabriele Hannen

Johann Gottfried Seume, ein Dichter des ausgehenden 18. Jahrhunderts, brachte das Gedicht "Die Gesänge" zu Papier und schloss: "Wo man singet, lass dich ruhig nieder, ohne Furcht, was man im Lande glaubt; wo man singet, wird kein Mensch beraubt; Bösewichter haben keine Lieder." Genau so muss es bei den rechtschaffenen Ratingern sein. Allein in der Pfarrei St. Peter und Paul gibt es fast anderthalb Dutzend Chöre oder singende Gemeinschaften. Immer mal wieder wird umgebaut, immer mal wieder neu organisiert. Drei Gruppierungen wenden sich an Senioren, einer davon ist der Seniorenchor, von Kantor Wallenhorst geleitet.

Gegründet wurde er von Chorleiter Broichhausen und war von Anfang an nicht als Hochleistungstruppe mit festen Auftrittsverpflichtungen gedacht, aber immer als Gemeinschaft mit durchaus gediegener Leistung und einem dem Alter angepassten Repertoire ausgerichtet. Edith Feltgen, ihr Leben lang dem Chorgesang verbunden, meint: "Schon bald war klar, dass man unserem Chor mehr als schlichtes Singen zutrauen konnte. Behutsam sind wir zu stetig wachsender Leistung gebracht worden. Und: Man kann sich in dieser Gruppe wirklich wohl fühlen."

Immerhin soll der Gesang von vielerlei sangesfreudigen Frauen und Männern die Gelegenheit bieten, das neue geistliche Lied zu pflegen, bei unterschiedlichen Anlässen aufzutreten, Geselligkeit zu stiften und eine angemessene Qualität zu wahren. Und dem fühlen sich inzwischen 56 Sängerinnen - in der Mehrzahl - und 18 Sänger verpflichtet. Sie proben donnerstags von 17 bis 18.30 Uhr. So kümmerte sich gestern die Solistin und Gesangspädagogin Christine Hoffmann um die Stimmbildung des Chors; Atmung und Stimmgesundheit sind in fortgeschrittenem Alter anders als in der Jugend. Außer diesem Chor machen sich die Mitglieder des Seniorensingkreises verdient ums deutsche Liedgut - diese Gemeinschaft wurde vor einem Vierteljahrhundert von Maria-Alice Baron gegründet und wird noch heute von ihr geleitet. Die Proben finden am zweiten und vierten Donnerstag im Monat von 15 bis 16.30 Uhr im Pfarrzentrum St. Peter und Paul statt.

Auch in Homberg wird die Freude am Gesang gepflegt, sehr wohl auch im fortgeschrittenen Lebensalter. Der Jacobus-Chor kommt dienstags um 19.30 Uhr im Gemeindesaal neben der Kirche zusammen und probt unter der Leitung von Björn Schulz. In dem Text der "musica sacra", die sich dem kirchlichen Chorgesang widmet, jubelt Ansgar Wallenhorst "Singen ist Herzenssache und prägt ein Leben lang". Er meint dann: "Die Pfarrei St. Peter und Paul bietet breitgefächert auf hohem Niveau ein leistungs- und altersdifferenziertes Angebot mit verschiedenen Chorgruppen. Zentrale Aufgabe ist die musikalische Gestaltung der vielen Feiern im Kirchenjahr. Die Chorangebote richten sich an alle Menschen, die Freude daran haben, zum musikalischen Lobpreis Gottes beizutragen. Die Chorgruppenaufteilung ermöglicht eine optimale Förderung und Weiterentwicklung der Stimme, eine musikalische Grundausbildung und bietet eine frohe Gemeinschaft Gleichgesinnter".

Und was unter froher Gemeinschaft Gleichgesinnter zu verstehen ist, das zeigen die Seniorenchöre allemal.

Quelle: RP
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