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Heiligenhaus
"Zwönitzer Weg" führt zu neuen Häusern

Heiligenhaus: "Zwönitzer Weg" führt zu neuen Häusern
Bautechnisch ist die neue Straße in Arbeit - einen Namen hat sie schon: Der "Zwönitzer Weg" entsteht im Nonnenbruch. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. Viele Navigationsgeräte kennen sie noch gar nicht, die neuen Straßen, die in der Stadt derzeit entstehen. Von Henry Kreilmann

Es war fünf Tage vor Heiligabend im Jahr 1947, als die 59-jährige Christine Teusch als erste Frau Kultusministerin in NRW wurde - gegen den Widerstand ihres Landesfraktionsvorsitzenden Konrad Adenauer, der keine Frau in diesem Amt wünschte. Sie, die schon in der Nationalversammlung 1919 zu den wenigen weiblichen Abgeordneten gehört, war die zweite Frau die ein Kultusministerium in der Bundesrepublik ausübte.

In Heiligenhaus ist sie die erste und bisher einzige Frau nach der eine Straße allein benannt ist, der Christine-Teusch-Weg in der Heide. Mit der neuen Straße "Am Thormählen-Park", abgehend von der Kettwiger Straße in Richtung der gleichnamigen Grünfläche des ehemaligen Kiekert-Betriebsparkplatzes, wird dabei jetzt einer zweite Frau, nämlich Alice Thormählen gemeinsam mit ihrem verstorbenen Gatten Hans-Joachim Thormählen zur Namensgeberin.

Der Rat würdigte mit seiner einstimmigen Entscheidung für die Namensgebung das Engagement der Familie, "die seit Jahren in außerordentlichem Maße durch Sponsoring-Projekte die Bildungs-, Jugend- und Sozialarbeit unterstützt", wie es in der Ratsvorlage heißt, so liegt das im Umbau befindliche Thormählen-Bildungshaus in unmittelbarer Nachbarschaft.

Zukünftig sollen vermehrt Straßennamen nach weiblichen Persönlichkeiten benannt werden, so die Vorgabe in den politischen Gremien - bisher entschieden sich die Politiker allerdings eher für Straßennamen mit größerem Bezug zu Heiligenhaus. Wie etwa im Wohngebiet "Am Panoramagarten" oder der Campus-Allee.

So entstehen derzeit 25 neue Reihenhäuser auf dem ehemaligen Eischeid-Gelände, sie sollen an eine eigene, noch zu errichtende Straße angebunden werden. In der letzten Sitzung des Rates vor der Sommerpause diskutierte man dabei über den Namen. Gemäß der Vorgabe, weibliche Persönlichkeiten stärker zu berücksichtigen hatte die Verwaltung "Nelly-Sachs-Straße" vorgeschlagen, und bot als Alternativen die Physikerin Marie Curie, sowie Friedensforscherin Bertha von Suttner an.

Doch diese Ehre bleibt den Damen wohl erst einmal versagt. Denn die Straßennamen in den Stadtteilen folgen einer Praxis, im Nonnenbruch sind die meisten Straßen nach Städten benannt, und so beriet man sich im Rat über den Vorschlag "Zwönitzer Weg", der auch eine Brücke in die langjährige Partnerstadt im Erzgebirge schlage. Allerdings könnte zukünftig das in der Planung befindliche Industriegebiet "Innovationspark" von der Vorgabe bei den Straßennamen geprägt werden.

2015 war bereits die Heiligenhauser Persönlichkeit Anna Peters als Straßennamensgeberin im Gespräch, damals scheiterte auch ein Vorschlag der Grünen, die heutige Campusallee nach der britischen Mathematikerin Ada Lovelace zu benennen. Eine weitere neue und schon befahrbare Straße ist die Jakob-Muth-Straße, die von der Kettwiger Straße parallel zum Campus-Neubau verläuft, und von Parkbuchten gesäumt ist.

Ursprünglich sollte diese mal Helmholtz-Straße heißen, doch man fand mit Jakob Muth einen Lehrer mit Heiligenhaus-Bezug, der sich stark für die Errichtung einer Gesamtschule vor Ort eingesetzt hatte.

Jakob Muth gehörte in den 60er Jahren dem Lehrerseminar in der Abtsküche an, war Professor der Pädagogik und ein Pionier auf seinem Fachgebiet, das vor allem auch die inklusive Bildung betrifft.

Quelle: RP
 
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