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Remscheid
2000 Menschen unterstützen das Hospiz

Remscheid: 2000 Menschen unterstützen das Hospiz
So könnte das Hospiz Bergisches Land aussehen. Das Remscheider Architekturbüro Edelhoff & Reska hat einen Entwurf gefertigt, der ein flaches, leicht abgerundetes Gebäude mit großen Fensterfronten zeigt. Vor den Zimmern der Bewohner sind kleine Terrassen angelegt. FOTO: Büro Edelhoff&reska
Remscheid. Der Förderverein Christliches Hospiz Bergisches Land rechnet 2016 mit dem Spatenstich. Fast eine Million Euro Spenden ist zusammengekommen. Von Solveig Pudelski

Als sich der Förderverein "Christliches Hospiz Bergisches Land" gründete, wirkte sein Ziel hochgesteckt: Rund ein Million Euro zusammenzubekommen, um ein Haus errichten zu lassen, in dem Menschen auf dem letzten Lebensabschnitt Betreuung, Geborgenheit und Ruhe finden. Nun, dreieinhalb Jahre später ist die Spendenhöhe so gut wie erreicht. In diesem Jahr soll der Spatenstich erfolgen. "Aber es liegen noch einige Hürden vor uns", sagt Pfarrer Uwe Leicht, der zu den Initiatoren und zum Vereinsvorstand gehört.

Auf der Liste von Bürgern, die für das Projekt Geld überwiesen, stehen 1700 Namen. 140 Vereinsmitglieder tragen außerdem zur Finanzierung bei, und Firmen aus dem Einzugsgebiet des Hospizes - Remscheid, Wermelskirchen, Hückeswagen und Radevormwald - zeigten sich großzügig. Einige spendeten mehrmals. "Insbesondere in der Weihnachtszeit haben viele noch einmal Geld gespendet, täglich kommen neue Spenden dazu", sagt Pfarrer Uwe Leicht, Geistlicher Vorsteher der Evangelischen Stiftung Tannenhof. Ende Dezember standen 981.000 Euro auf dem Spendenkonto.

In diesem Monat werde der Förderverein eine Betreibergesellschaft für das Hospiz auswählen. Ein christlich geprägter Betreiber wäre dem Vorstand am liebsten, schließlich trägt die Einrichtung in ihrem Namen das Wort "christlich". Uwe Leicht geht davon aus, dass der ausgewählte Bewerber aus der Region kommen wird, für Externe wäre der Aufwand für ein kleines Hospiz mit acht Plätzen "wahrscheinlich zu hoch", schätzt er.

Ist die Gesellschaft gefunden, könnten die nächsten Schritte eingeleitet werden. So muss gemeinsam mit ihm entschieden werden, welches der vier angebotenen Grundstücke bebaut werden soll. Neben einer guten Erreichbarkeit soll es auch eine gewisse Infrastruktur vorweisen, "damit die Angehörigen mal einen Kaffee trinken können", erläutert das Vorstandsmitglied die Kriterien. Und es solle nicht zu versteckt liegen. Bergisch Born ist der Wunschstandort, tatsächlich liegt auch ein Angebot vor: das Gelände des ehemaligen Bahnhofs Bergisch Born, rund 4000 Quadratmeter groß. Benötigt werden rund 2500 Quadratmeter Fläche. Der Wunsch, ein Grundstück als Schenkung zu bekommen, wurde nicht erfüllt. Es muss erworben oder eine Erbpacht bezahlt werden. Die zu finanzierende Investitionssumme sei daher auf rund 600.000 bis 700.000 Euro gestiegen. Von zwei Remscheider Kreditinstituten seien dem Verein gute Finanzierungskonditionen angeboten worden.

Sobald die Grundstücksfrage geklärt ist, geht es in die Planung des Gebäudes. Einen ersten Entwurf hat das Remscheider Architekturbüro Edelhoff und Reska gefertigt, ein barrierefreies, lichtdurchflutetes Haus. "Wir müssen dann schauen, was sich auf dem Grundstück realisieren lässt, wie die Zufahrt aussieht und wie der Grundriss gestaltet wird, um die Abläufe im Gebäude zu erleichtern", erklärt Uwe Leicht.

Unterm Strich strebt der Förderverein eine stabile Finanzierung an. Auch künftig benötigt er permanent weitere Unterstützung. Denn Pflege- und Krankenkasse tragen nur 90 Prozent der laufenden Kosten, der Rest muss auf anderem Wege aufgebracht werden. Die Spendenbereitschaft stimmt den Verein aber optimistisch.

Quelle: RP
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