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Remscheid
225 Kilometer auf dem Jakobsweg

Remscheid: 225 Kilometer auf dem Jakobsweg
Gut zu Fuß - die Remscheider Pilger unterwegs nach Santiago de Compostela. Etwa 25 Kilometer am Tag legte die Gruppe zurück, und nicht immer war das Wetter so gut wie es das Foto zeigt. FOTO: privat
Remscheid. Eine Remscheider Pilgergruppe lief zu Fuß den langen Weg von Porto nach Santiago de Compostela. Von Hagen Thiele

Nicht erst sei Hape Kerkeling sagte "Ich bin dann mal weg" erfreuen sich Pilgerreisen wachsender Beliebtheit. 15 Remscheider flogen Mitte September nach Porto, um von dort aus die etwa 225 Kilometer lange Pilgerreise auf dem portugiesischen Jakobsweg nach Santiago de Compostela zu wagen. Lennep Offensiv hat die Tour über das Reiseunternehmen "Pilgino" organisiert, das sich auf Pilgerreisen spezialisiert hat. Es bucht Unterkünfte vorab und bietet einen Gepäcktransfer an.

Die einen lagen erschöpft auf dem Steinboden in der Sonne, die anderen umarmten sich und sprangen begeistert auf und ab, und wieder andere genossen den Moment des Triumphs still mit einer Ganzkörper-Gänsehaut. Als die bergischen Pilger nach elf anstrengenden Tagen vor der Kathedrale in Santiago de Compostela standen, war es nicht nur für sie ein bewegender Moment, sondern auch für die zahlreichen anderen Pilger, die von allen Seiten auf den Vorplatz strömten. "Es war ein gutes Gefühl, endlich angekommen zu sein", meint Gudrun Haagen-Gottschalk aus der Pilgergruppe.

Doch bekanntlich ist der Weg das Ziel, und der begann in Porto - und das bei Regen. Drei Tage wurden die Pilger aus dem Bergischen Land mit Wetter konfrontiert, das selbst in den heimischen Breitengraden für Unmut gesorgt hätte. "Darauf war man nicht vorbereitet, aber es war eine Erfahrung", meint Uwe Gottschalk, der die Reise jederzeit wieder machen würde. Die Pilger kämpften sich mit Regencapes und viel guter Laune durch, denn nach den langen Etappen - meist galt es etwa 25 Kilometer am Tag zu wandern - wartete am Abend die gesellige Runde. Gemeinsam gingen die Remscheider essen und lernten dabei nicht nur sich, sondern auch die Sprache und Kultur Portugals und Spaniens besser kennen. Wer etwa in Spanien ein ausgiebiges Frühstück erwartet, der wird enttäuscht sein. Dafür gab es am Weg genug Gelegenheiten, um in Cafés oder Bars seinen Hunger zu stillen und Stempel zu sammeln. Mit diesen weist man im Pilgerbüro in Santiago de Compostela nach, dass man die Strecke gelaufen ist. In der Gruppe entbrannte das Sammelfieber.

Ab dem vierten Tag zeigte sich das Wetter auch endlich so, wie man es in Portugal und später in Spanien erwartet hätte: sonnig und über 20 Grad warm. Da pilgerte es sich auch gleich angenehmer. Allenfalls Blasen an den Zehen machten es einigen der bergischen Pilger schwer. Aber sie hielten durch. Wer wirklich nicht mehr laufen konnte, durfte auf Pilgino vertrauen. Reiseleiterin Olesia Kryvonos transportierte nämlich nicht nur das Gepäck zur nächsten Unterkunft, sondern bei Bedarf auch fußkranke Pilger. "Es war wieder alles hervorragend organisiert", sagt Hans-Willi Oberlis von Lennep Offensiv, der bereits das zweite Mal nach Santiago de Compostela gepilgert ist.

Quelle: RP
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