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Remscheid
30 Jahre Friedenskapelle in Voßhagen

Remscheid. Sie steht einsam da, unter einem hohen Blätterdach am Waldrand, gleich daneben 44 Soldatengräber. Vor 30 Jahren wurde die Friedenskapelle in Voßhagen auf dem Grund des Hückeswagener Künstlers Bernhard Guski erbaut. Im August 1985 war Richtfest, ein gutes Jahr später, im Oktober 1986, wurde die Friedenskapelle an der Stadtgrenze zu Remscheid eingeweiht. Von Wolfgang Weitzdörfer

Es waren persönliche Gründe, die für Guski den Ausschlag gegeben haben, die Kapelle auf der Anhöhe zu errichten: "Auch über die Mauern der Kapelle hinaus soll der Friedensgedanke hier spürbar sein - das war damals Hauptgrund dafür, die Kapelle gerade hier zu errichten", blickt der 71-Jährige zurück. Die Kapelle wurde exakt so errichtet, dass der Blick weit in die Landschaft gehen kann - damals wie heute.

Historisch gesehen ist es eine ganz eigene Tradition, an die mit der Errichtung der Kapelle angeknüpft wurde. So hat es schon vor vielen hundert Jahren Kapellen und Opferstöcke gegeben. Etwa datiert ins Jahr 1490, als in den Chroniken ein Heiligenstock "im Felde oberhalb des Wegerhofs" erwähnt wird. Auch in Katasterzeichnungen der Neuzeit werden diese Heiligenstöcke und Kapellen erwähnt, die wohl vor allem Wanderern und Kaufleuten Gelegenheit zum Innehalten und der inneren Einkehr geboten haben dürften. Heute sind sie weitgehend in Vergessenheit geraten.

Es war vor allem der Grundriss, den der Hückeswagener Architekt Heinz Noah gezeichnet hatte, der den Friedensgedanken transportieren sollte. Ziel war, einen offenen Blick in die Bergische Landschaft zu erhalten. Vorausgegangen war dem fertigen Plan ein Papp-Modell der Kapelle, das der zuvor gegründete Freundeskreis dem Architekten als Anhaltspunkt an die Hand gegeben hatte.

"Ich kannte Bernhard Guski als Künstler. Er hat mich dann angerufen und gefragt, ob ich bei dem Projekt mithelfen könnte", erinnert sich Noah. Der Architekt war damals sehr aktiv und hatte entsprechend viele Kontakte in der Baubranche: "Dadurch konnte ich viele Firmen dazu bewegen, das Projekt mit Spenden zu unterstützen, so dass sich die Kosten in engen Grenzen hielten", sagt der Architekt. Ohnehin wurde viel in Eigenleistung erledigt, wie er schmunzelnd ergänzt: "Wir waren eine verschworene Gemeinschaft, die immer samstags und sonntags gearbeitet hat."

Stadtkämmererin Isabel Bever ist seit etwa 17 Jahren Mitglied im Freundeskreis. Sie gehört somit zur zweiten Generation, wie sie lachend sagt: "Es ist meiner Meinung nach ungebrochen wichtig, den Friedensgedanken aufrechtzuerhalten und zu fördern", betont sie. Die Wipperfürtherin ist vor allem immer wieder beeindruckt davon, wie viele Menschen die kleine Kapelle anzieht: "Sie ist Anlaufpunkt für Menschen aller Religionen und Länder. Und dass sie auch als wichtig wahrgenommen wird, kann man an den vielen Einträgen in den Gästebüchern sehen, die auf dem Altar der Kapelle liegen." Am Sonntag wurde das Jubiläum gefeiert.

Quelle: RP
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