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Remscheid
Abschied von Ehrenbürger Gerd Lemmer

Remscheid. Gedenkfeier für den früheren Oberbürgermeister und Staatssekretär (CDU). Er war ein Mann der ersten Stunde. Von Stefanie Bona

Bei einer Gedenkstunde im Foyer des Teo Otto Theaters wurden die herausragenden Verdienste Gerd Ludwig Lemmers noch einmal besonders gewürdigt. Der Remscheider Ehrenbürger und frühere Oberbürgermeister war am 18. März im Alter von 90 Jahren gestorben. Neben der Familie Lemmer sowie Mitgliedern des Stadtrates und der Verwaltung nahm in Vertretung der Landesregierung Bernhard Nebe, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Kommunales, an der Feierstunde teil.

"Wir verneigen uns vor einem großen Sohn unserer Stadt", schloss Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz seine Ansprache, in der er daran erinnert hatte, wie vielfältig der Verstorbene durch seine verschiedenen politischen Ämter an unterschiedlichen Orten gewirkt hatte. Als Landtagsabgeordneter und später als Mitglied im Europäischen Parlament, als Minister für Bundesangelegenheiten in der von Ministerpräsident Franz Meyers geführten Landesregierung oder aber in seiner Funktion als Staatssekretär in zwei verschiedenen Bundesministerien habe Lemmer seine Heimatstadt Remscheid nie aus den Augen verloren.

So seien viele Projekte mit seinem Namen verbunden, darunter der Bau des Krankenhauses in Lennep, die Planung und der Bau des Wohngebietes Hasenberg sowie der Neubau des Teo Otto Theaters und die historische Rekonstruktion des Rathauses. Gerade die Aufgaben als Oberbürgermeister und Landtagsabgeordneter habe Lemmer ideal miteinander verknüpft, um Remscheid bestmöglich zu unterstützen und zu fördern. Stets sei er für Versöhnung und den Zusammenhalt der demokratischen Kräfte eingetreten. "Gerade diese Haltung sollte uns Mahnung und Aufforderung zugleich sein", bekannte Mast-Weisz.

Als einer von Lemmers engsten Mitarbeitern und Vertrauten bezeichnete der ehemalige Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Bernhard Worms, seinen früheren Chef als "homo politicus", der noch im hohen Alter die Verhältnisse in der Europäischen Union klug analysiert habe. Lemmer sei eine integre, authentische Persönlichkeit gewesen, "die kein Lebenssturm umwerfen konnte", sagte Worms.

Die Verbundenheit zu der von Lemmer mitbegründeten Remscheider CDU skizzierte ihr heutiger Vorsitzender Jens Nettekoven in persönlichen Worten. "Die CDU Remscheid verliert einen Mann der ersten Stunde. Er hat für seine Partei gelebt." Sein Rat sei stets gefragt gewesen: "Er war diplomatisch. Wenn es aber etwas zu sagen gab, sagte er es frei heraus." In den von ihm bekleideten Ämtern sei er immer einer der Jüngsten gewesen, erinnerte Nettekoven an eine bemerkenswerte politische Karriere. Der geachtete Politiker habe vor Ort auf vielerlei Weise Spuren hinterlassen und nachhaltig gewirkt. So regte Nettekoven an, eine Straße, einen Platz oder ein Gebäude nach Gerd Ludwig Lemmer zu benennen.

Quelle: RP
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