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Remscheid
Aktivität im Alter hilft gegen Demenz

Remscheid. Eröffnung der Bergischen Demenztage im Allee-Center. Fachleute sagen: Es gibt kein Allheilmittel. Von Bernd Geisler

Die Eröffnung der Bergischen Demenztage fand gestern im Allee-Center statt. "Ein idealer Ort", sagte Remscheids Sozialdezernent Thomas Neuhaus, der im kleinen Forum inmitten kauflustiger Besucher die Einführung hielt. Statistisch werden zwei von drei Personen über 65 an Demenz erkranken, sagte er. Also sei gerade ein öffentlicher Ort wie dieser dafür geschaffen, Menschen auf Demenz vorzubereiten. Sei es als Angehöriger oder als selbst Betroffener.

Kann man der Demenz vorbeugen? Wie geht man mit einem Demenzkranken um? Diese beiden Fragen standen im Mittelpunkt der ganztägigen Veranstaltung. In der Mitte gab es Vorträge, drum herum teilten sich rund 20 Informationsstände den Platz - von Krankenkasse über Klinik bis Erlebniswohnen und Seniorenpflegeheim. "Der Trend ist, Zuhause zu wohnen, solange wie möglich", sagte Thomas Köppchen, Altenhilfeplaner der Stadt Remscheid. Während bundesweit zwei Drittel Zuhause betreut würden, seien es in Remscheid bereits drei Viertel. Und was kann man tun, um Demenz zu vermeiden? Ein Allheilmittel gebe es nicht, antworteten alle befragten Experten. Gesa Bracht vom Sozialen Dienst der Fabricius-Klinik empfiehlt, auch im Rentenalter nicht die Hände in den Schoß zu legen. Eine Aufgabe zu haben, sei sehr wichtig. Man solle darauf achten, ein Mitglied der Gesellschaft zu bleiben - und wenn es das regelmäßige Kochen für die Enkel sei, die aus der Schule kommen. Und keine Angst haben vor neuen Herausforderungen.

Arnd Bader vom Demenz-Servicezentrum Bergisch-Land nannte das Ergebnis einer neueren Studie. Demnach zählen Depressionen und das metabolische Syndrom (Kombination von Risikofaktoren, wie Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte, zu viel Bauchfett) zu den Hauptrisikofaktoren für eine Demenzerkrankung. Zuhörerin Lieselotte Hartung (78) wollte sich über Demenz informieren. Sie leidet nicht an Demenz, hat aber einen schweren Schlaganfall schon hinter sich. Sie will über alles Bescheid wissen, so gut es geht: "Mein Gehirn ist wie ein Kumpel. Ich rede mit ihm, wir beide geben nicht auf", sagt sie. Für den Fall, dass es dann aber doch passiert, gab Johannes Stein in einem Vortrag Tipps, mit Demenzerkrankten umzugehen: Langsam und deutlich von vorne ansprechen, kurze Sätze ohne Verneinung benutzen ("Bleiben Sie sitzen" anstatt "Stehen Sie nicht auf"), aushalten, dass der Kranke Dinge anders wahrnimmt, keine Diskussionen, keine Baby-Sprache verwenden, jede Form von Druck vermeiden.

Die nächste Veranstaltung gibt es am Montag, 28. September, 10 Uhr in der Pflegeberatung in Alleestr.66, 1. Etage, Zimmer 114.

Quelle: RP
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