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Remscheid
Alarm warnt bei CO-Austritt

Remscheid. Lennep Die beiden Kohlenmonoxid-Unfälle in der Härterei Gommann erinnern fatal an das Unglück, das sich Ende Januar in Lennep zugetragen hat. Damals war ein 43-jähriger Ingenieur bei Arbeiten an einer von ihm selbst geplanten Holzpellets-Heizanlage gestorben. Das farb- und geruchlose Gas hatte sich im Lager gebildet. Ein 53-jähriger Mitarbeiter der Gewag, der den Ingenieur begleitete, wurde ebenfalls vergiftet, doch er überlebte. Von Alexandra Kemp

Die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Gewag ist Eigentümerin der Heizanlage. Sie ist die größte Europas und versorgt knapp 700 Wohnungen im Stadtteil Hasenberg mit Wärme. Ursache für den erhöhten Austritt von Kohlenmonoxid (CO) war offenbar eine chemische Reaktion, die sich in Gang setzt, wenn die Pellets feucht werden. Das kann dann geschehen, wenn die Außenluft, mit der die Holzhackschnitzel belüftet werden, von Regen durchfeuchtet ist. Das erläutert Hans-Jürgen Althaus, Obermeister der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik. Angst, dass er sich durch seinen Beruf angesichts der sich häufenden CO-Unfälle ständig in Lebensgefahr befindet, hat Althaus jedoch nicht. "Jede Energie birgt Gefahren", sagt er. Es sei auch gefährlich, in einen Heizöltank zu klettern. Allerdings würden Fachleute durch solche Unglücke durchaus wachgerüttelt: "Sie zeigen, dass man vorsichtig sein muss. Sonst verfällt man sehr oft in eine gewisse Routine."

Wichtig: Heizung warten lassen

Bei dem Unfall habe es sich um ein seltenes Unglück gehandelt. Die Anschaffung von Warngeräten, die vor dem Austritt von Kohlenmonoxid warnen, hält Althaus für Privatleute daher für übertrieben. "Das brauchen nur Fachleute, nicht der Endverbraucher." Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme sei, die Heizanlage regelmäßig – am besten ein mal pro Jahr – warten zu lassen.

Die Gewag ist dagegen auf Nummer sicher gegangen: Wie Vorstand Jürgen Behrendt auf BM-Anfrage berichtet, ließ er eine Warnanlage einbauen, die bei hoher CO-Konzentration nicht nur optische und akustische Signale gibt, sondern auch bei der Feuerwehr und dem Notdienst der EWR aufgeschaltet ist und die Einsatzkräfte alarmiert. TÜV, Dekra und das Amt für Arbeitsschutz hätten die Anlage in Augenschein genommen und Tipps gegeben, "um die Risiken zu minimieren", erzählt Behrendt. Weitere Pellets-Anlagen hat die Gewag nicht, doch sollten neue gebaut werden, "fließen unsere Erfahrungen natürlich auch dort ein".

Quelle: RP
 
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