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Remscheid
ALFA tritt als Partei auch in Remscheid an

Remscheid. "Allianz für Fortschritt und Aufbruch" gründet Bezirksverband. Einsatz für mehr "direkte Demokratie". Von Gerhard Pick

Ein Jahr nach ihrer Gründung im Juli 2015 ist die von der AfD abgespaltene "Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA) des ehemaligen AfD-Gründers Bernd Lucke auch im Bergischen Land angekommen. Am Dienstag gründete sich in Lennep der Bezirk Remscheid der ALFA als erster Bezirksverband im bergischen Städtedreieck, unterstützt vom Landesvorstand mit dem Landesvorsitzenden Prof. Dr. Ulrich van Suntum an der Spitze.

Der Münsteraner VWL-Professor warb dabei für zwei Kampagnen, mit denen ALFA bei den nächsten Wahlen punkten will. Mit der Forderung nach "Bargeld ins Grundgesetz" wolle ALFA den "Weg zum Giralgeld und damit zum "gläsernen Bürger" verhindern.

Zudem wurde Dienstag auch die Kampagne "Direktwahl des Bundespräsidenten" eingeläutet, worin ALFA einen Schritt zur "direkten Demokratie" wie in der Schweiz gehen will. Als "persönliche Meinung" wollte van Suntum den Vorschlag "Angela Merkel" verstanden wissen. Ein Grund dürfte sein, dass damit eine Wiederwahl der amtierenden Bundeskanzlerin verhindert würde, gegen die ALFA auf einem Flyer mit "Merkel stoppen!" Stimmung macht.

Anders als der ungenannte Konkurrent AfD sieht sich ALFA jedoch nicht als "Protestpartei". Man sei für Koalitionen offen, sagte der NRW-Landesvorsitzende, sie gehören sogar zum Drei-Stufen-Plan, mit dem die kleine Partei groß werden will. Dazu sei im kommenden Jahr die Wahl im Saarland wichtig. Deshalb müsse sich ALFA auf die Landtagswahl im Saarland konzentrieren, dessen geringe Einwohnerzahl nicht einmal die der NRW-Großstadt Köln erreiche.

Mit dem geballten Auftritt engagierter ALFA-Mitglieder aus allen Teilen der Republik will van Suntum so viele Stimmen holen, dass damit ein gehöriger Anschub für die folgende NRW-Wahl gegeben ist. "Das wird uns mehr Rückenwind geben als alles, was wir in Nordrhein-Westfalen machen können", warb van Suntum an der Remscheider Parteibasis. Die zeigte gleich nach dem Referat des Landeschefs, dass sie aus vergangener Zeit viel Erfahrung und Routine mitbringt. Ohne Diskussion wurde die Gründung des Bezirksverbands zügig beschlossen, ebenso die bereits bekannte Satzung.

Die Vorstandsmitglieder wurden jeweils einstimmig gewählt, ohne sich zuvor lange vorstellen zu müssen. Waren sie doch aus ihrer Tätigkeit "in der Partei, die ich nicht nennen will", hinlänglich bekannt.

Der neu gewählte Vorsitzende Hans Werner Schmitz gab sich als ehemaliges Landes- und Bezirksvorstandsmitglied sowie als Direktkandidat dieser Partei bei der Bundestagswahl 2013 zu erkennen. Da hatte er auf der AfD-Liste immerhin 3,6 Prozent der Erststimmen erreicht.

Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde der 70-jährige Pensionär Reinhard Krüger gewählt. Schatzmeisterin ist Sabine Abel, die angab, diese Position ebenfalls bereits in der "früheren Partei" bekleidet zu haben. Ihr Stellvertreter als Schatzmeister ist Thomas Röntgen. Als Beisitzer gehört Guido Trant dem Vorstand an.

Quelle: RP
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