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Remscheid
Alle 122 Minuten ein Unfall

Alle 122 Minuten ein Unfall
Ein 45 Jahre alter Remscheider kam wenige Tage vor Weihnachten bei einem Zusammenstoß auf der B 229 ums Leben gekommen. FOTO: Ralf Kollmann (Archiv)
Remscheid. Das Polizeipräsidium legte jetzt die Verkehrsunfallentwicklung für das vergangene Jahr vor. Von Uwe Vetter

Zu hohe Geschwindigkeit oder Alkohol am Steuer gehören nach wie vor zu den Hauptunfallursachen. Knapp 24.800 Unfälle nahm die Polizei im vergangenen Jahr im bergischen Städtedreieck auf – das bedeutet eine Steigerung um 3,8 Prozent gegenüber 2016.

"Es gibt aber auch Positives zu berichten. Beispielsweise ist die Zahl der Unfälle mit Personenschäden zurückgegangen", sagte die stellvertretende Polizeipräsidentin Irmgard Baumhus bei der Vorstellung der Verkehrsunfallentwicklung 2017. Zudem gibt es weniger verunglückte Senioren und Kinder.

In Remscheid nahm die Polizei im vergangenen Jahr statistisch gesehen alle 122 Minuten einen Unfall auf. Durchschnittlich alle 25 Stunden wurde ein Verkehrsteilnehmer verletzt, etwa alle 15 Tage war ein Kind bei einem Unfall verunglückt. Innerhalb von neuneinhalb Stunden ereignete sich eine Unfallflucht, sagte Polizeioberrätin Tanja Veljovic.

Die Leiterin der Direktion Verkehr im Polizeipräsidium registrierte in Remscheid 4295 Verkehrsunfälle. Das waren 415 mehr als 2016. Insgesamt 350 Personen wurden bei den Unfällen verletzt, davon 60 schwer. Die Zahl der verletzten Kinder ging aber um 14 auf 24 zurück.

Auch in Remscheid stieg die Zahl der Unfallfluchten um 65 auf 940. Im Städtedreieck war hier eine Steigerung von 4,7 Prozent auf 5613 zu verzeichnen. Auf Solingen entfielen 1269.

Drei Menschen kamen im vergangenen Jahr auf Remscheider Straßen ums Leben - wie schon 2016. Darunter Ende August eine 79-jährige Fußgängerin, die auf einem frei zugänglichen Firmengelände an der Wüstenhagener Straße von einem Lkw-Fahrer beim Rangieren übersehen worden war. Die Frau kam zu Fall und wurde überrollt. Sie starb noch an der Unfallstelle. Ein weiterer Fußgänger starb im November auf der Freiheitstraße an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Der 56-Jährige war von einem Pkw angefahren worden.

Auf der Rader Straße in Lennep kam es wenige Tage vor Weihnachten zu einem Unfall mit tödlichem Ausgang, als in einer leichten Rechtskurve aus bislang ungeklärter Ursache ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug frontal mit einem entgegenkommenden Sattelzug zusammenstieß. Der Pkw-Fahrer wurde in seinem Auto eingeklemmt und starb noch an dere Unfallstelle.

Sachschäden mit insgesamt mehr als 80.000 Euro führt die Polizei in ihrer "besonderen" Unfallstatistik auf. Dazu gehört der Fall eines 29-jährigen Pkw-Fahrers, der Mitte August vergangenen Jahres die Hohenhagener Straße befuhr. Den Kreisverkehr Am Alten Flugplatz verließ er mit hoher Geschwindigkeit. Er verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte gegen einen Baum, berichtete Tanja Veljovic.

Veljovic nannte auch Beispiele von deutlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen: In Forsten (Tempo 30 km/h erlaubt) wurde ein Auto mit 68 km/h geblitzt.

Quelle: RP
 
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