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Remscheid
Alleestraße braucht mehr Treffpunkte

Remscheid: Alleestraße braucht mehr Treffpunkte
Innenstadtmanager Jonas Reimann (l.) traf sich gestern mit Anwohnern der Alleestraße zum Ideenaustausch. Fotos (2): Christian FOTO: Peiseler
Remscheid. Innenstadtmanager Jonas Reimann sammelte am gestrigen Mittwoch während einer Ideenwerkstatt im ehemaligen Modehaus Vogel Vorschläge der Anwohner, wie dem Leerstand in der City begegnet werden kann. Von Christian Peiseler

Elke Schumacher hat einfach zum Telefon gegriffen und den Besitzer der Immobilie Alleestraße 28 angerufen. Für acht Wochen wollte sie den leerstehenden Laden für die Ausstellung mit ihren Acrylbildern und Collagen nutzen. "Das war kein Problem", erzählte Elke Schumacher gestern bei der Ideenwerkstatt für die Verschönerung der Innenstadt. Sie fand in dem leerstehenden Ladenlokal Vogel statt.

Doch so leicht, wie Elke Schumacher für kurze Zeit einen Leerstand beseitigte, funktioniert es in der Regel nicht auf der Alleestraße. Das würde sich Ralf Wieber von der Immobilien- und Standortgemeinschaft Alleestraße (ISG) wünschen. Aber bisher gibt es nur Ideen, wie etwas zu verbessern wäre. Der Innenstadtmanager Jonas Reimann, der die Veranstaltung moderierte, soll in den nächsten drei Jahren Vermieter, Nutzer und Stadt nach und nach an einen Tisch bringen, damit endlich etwas auf der Alleestraße passiert. Schlimmer kann es dort nicht mehr werden.

Mehr Aufenthaltsqualität wünschen sich die Bürger vor allem auf der unteren Alleestraße. FOTO: Peiseler Christian

Iris Kuznik, Anwohnerin an der Alleestraße, hat Angst, wenn sie am Abend vor allem Richtung Markt unterwegs ist. "Dort sehe ich nur dunkle Gestalten", sagt Kuznik. Die Verkäuferinnen hätten ihr erzählt, sie würden sich von ihren Männern abholen lassen, weil sie sich nach Feierabend nicht alleine auf die Straße trauten. Erst wenn die Alleestraße wieder ein angstfreier Raum sei, würde sich eine Initiative gegen die Leerstände lohnen. Mehr Präsenz von Ordnungskräften würde schon helfen.

"Ein Vermieter, der nicht vermietet, ist ein Vermieter, der verliert", sagt Martina Richard von der Caritas. Auch jede kurzfristige Vermietung werte das Umfeld auf. Ihrer Meinung nach braucht die Alleestraße nicht mehr Kommerz, sondern mehr Plätze und Orte, an denen sich die Menschen begegnen können. Mit alternativen Konzepten von Cafés und Begegnungsstätten, die einen integrativen Ansatz verfolgen, könnte man versuchen, den Menschen den Aufenthalt in diesem Teil der Stadt schöner zu gestalten. Mehr Bänke und mehr Grün wären schon ein erster Schritt.

Wer soll diese Zwischennutzungen finanzieren? Die Frage nach dem Geld stand gestern immer im Raum. Ralf Wieber, der viele Immobilienbesitzer auf der Alleestraße kennt, sieht bei dem einen oder anderen Vermieter mehr Bereitschaft, sich mit solchen Versuchen an der Entwicklung des Quartiers zu beteiligen. Vorschläge gab es einige: eine Kinderanlaufstelle, wo vorgelesen, gebastelt und gespielt wird. Oder ein Handwerkermarkt, wo Migranten und Flüchtlinge ihre Fertigkeiten zeigen können. Lothar Türk schlug vor, seine polizeigeschichtliche Sammlung in einem leerstehenden Ladenlokal zu präsentieren.

Quelle: RP
 
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