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Kolumne Natur + Garten
Alles muss raus - der Garten im Mai

Remscheid. Bergisches Land Der Garten sollte ab Mai unser zweites Wohnzimmer sein - nur leider fehlt dazu die Fußbodenheizung. Und die Eisheiligen lauern noch, auch wenn sie gefühlt bereits hinter uns liegen. Diese können noch bis Anfang kommender Woche ihr Unwesen treiben. Erst danach kann alles Zarte endgültig ins Freie. Von Regina Hildebrandt

Für weniger Empfindliche: raus damit. Hartlaubige Kübelpflanzen wie Oleander, Hanfpalme, Kamelie, Feige oder Lorbeer können schon vorher auf die Terrasse. Niedrige Temperaturen schaden nicht so sehr, wie zu lange Aufenthalte in ungünstigen Winterquartieren. Denn in Keller oder Garage haben Pflanzen eher selten genügend Licht und Luft. Es ist allerdings zu beachten, dass selbst totale Sonnenanbeter nicht sofort in die pralle Sonne gestellt werden dürfen. Die Pflanzen sollten vorerst für etwa zwei Wochen im Halbschatten positioniert werden. Erst nach dieser Eingewöhnungsphase ist auch Sonnenschein pur wieder zulässig und vor allem unschädlich.

Vor dem "Rauswurf" sollten lästige Untermieter entfernt werden. Diese siedeln sich besonders gern an den langen, dünnen, fast weißlichen Trieben an. Diese so genannten Geiltriebe entstehen, wenn Pflanzen zu wenig Licht bekommen. Solche Triebe einfach zurückschneiden. Die Schildläuse, die an den Blättern kleben, am besten mit Spülmittel oder 40-prozentigem Alkohol wegputzen. Bei größeren Pflanzen können Öl-Präparate, wie Neem-Öl, gespritzt werden.

Die Klassiker unter den Beet- und Balkonpflanzen dürfen tatsächlich erst nach den Eisheiligen ins Freie. Für Geranien, Fuchsien, Begonien und Petunien bedeutet das, die kalte Sophie (15. Mai) erst noch ab zu warten. Ebenfalls sollten Sämereien und Zwiebeln für Sommerblumen erst ab der dritten Maiwoche ins Beet.

In diesem Jahr hat der Frost dazu geführt, dass einige Gehölze eine reduzierte Blüte haben werden, oder dass diese gar nicht stattfinden wird. So gesehen ist dies ein gutes Jahr, um Flieder, Hortensie oder Rhododendron einmal ordentlich zurück zu schneiden. Den Rückschnitt nehmen sie nicht übel und blühen nächstes Jahr wieder.

Der Mai ist auch die beste Zeit, um den Rasen auszubessern oder einen neuen anzulegen. Schließlich ist gerade der Teppich wichtig fürs grüne Wohnzimmer. Gute Gras-Saaten sind zwar etwas teurer, aber auch deutlich besser. Günstige Mischungen wie der "Berliner Tiergarten" bilden keine dichte Grasnarbe. Düngen ist wichtig, sollte aber nicht übertrieben werden - oder gleich einen Mähroboter dazu anschaffen.

Autorin Die Gartenbauingenieurin ist Mitglied der Morgenpost-Redaktion. Einmal im Monat gibt sie den Lesern an dieser Stelle Gartentipps. Fragen an regina.hildebrandt@ bergische-morgenpost.de

Quelle: RP
 
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