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Remscheid
Alpakas pflegen verwildertes Areal
Remscheid: Alpakas pflegen verwildertes Areal
Ulrike Ensslen mit ihren beiden Alpaka-Damen Lisbeth und Pauline. FOTO: RPO
Remscheid. Die beiden Alpaka-Damen Lisbeth und Pauline sind seit einigen Wochen am Rande der Hofschaft Grund als Landschaftspfleger im Einsatz. Auf einer seit 15, 20 Jahren verwilderten Fläche fressen sie vieles weg, was auf dem Brachland wuchert – Brombeeren und Himbeeren beispielsweise – und schaffen so den Nährboden für eine große Artenvielfalt. Von Solveig Pudelski

Kaum noch Schafe und Ziegen

„Wir wollen zurück zur typisch bergischen Kulturlandschaft mit beweideten Flächen zwischen Wald und Bebauung“, sagte Thomas Friese, stellvertretender Abteilungsleiter im Fachbereich Landschaft, Grünflächen und Friedhöfe, gestern in einem Pressegespräch am Weidezaun. Seitdem Remscheider kaum noch Schafe und Ziegen halten, nähmen Pflanzen überhand, die die angestammte Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten verdrängen. Dazu gehören Neophyten wie Knöterich, Springkraut und Adlerfarn. Rund 100 Hektar solcher Brachflächen in städtischem oder privatem Besitz gibt es in Remscheid.

„Wir suchen noch Bürger, die sich Weidetiere halten“, appelliert Friese. Vier solcher Initiativen gebe es bereits, die Haltung der südamerikanischen Alpakas sei jedoch ein „Modellprojekt“. Angestoßen wurde es von der stolzen Besitzerin Ulrike Ensslen selbst. Sie wohnt am Rande der städtischen Brachfläche. „Als eine Kundin von den Tieren schwärmte und ich sie mir angeschaut hatte, war ich sofort begeistert“, erzählte sie. „Schauen Sie sich mal diese Augen an!“

Als sie eine mögliche Weidefläche suchte, konnte ihr Thomas Friese gleich das Nachbargrundstück hinter ihrem Einfamilienhaus, am Wanderparkplatz Naturerlebniswegs Grund / Morsbach, anbieten. Das Forstamt baute in Amtshilfe einen hohen Zaun.

Weil sie klein anfangen wollte, kaufte die Lüttringhauserin erst einmal die beiden Alpakastuten, die inzwischen Nachwuchs erwarten. „Ich habe sie nach meinen beiden Großmüttern benannt“, verriet sie augenzwinkernd. Statt auf 1000 Quadratmeter Mindestfläche tummeln sich die Lieferanten feinster Wolle auf 3800 Quadratmetern. Schutz vor Kälte und Wind finden sie in einem Unterstand, der laut Tierschutzbestimmungen vorgeschrieben ist, so Friese.

Die Nachbarschaft sei begeistert, dass die plüschigen Tiere mit der kessen Ponyfrisur „einen Dschungel aus zwei Meter hohem Unkraut vertilgt haben“, so Ensslen. Das Landschaftsamt hatte ein wenig vorgearbeitet und die Fläche einmal gemulcht. Die Halterin hat mit den Tieren noch einiges vor: Sie sollen an Halfter gewöhnt werden und eines Tages die Rucksäcke von Wanderern tragen. „Ich würde gerne Treckingtouren anbieten, das wäre doch eine zusätzliche Attraktion auf diesem schönen Wanderweg“, meint sie.

Wer Interesse an Hobbyweidewirtschaft auf Brachflächen hat, melde sich bei Thomas Friese unter Tel. 0 21 91/16 33 45.

Quelle: RP
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