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Remscheid
Anspruchsvolle Gitarrenkost gefiel

Remscheid. Die Musiker Jay Minor und Anja Franz traten im Point of Music auf, dann war die Bühne frei für alle. Von Hagen Thiele

Die Akustik-Session im Point of Music (POM) ist immer wieder eine Überraschungstüte. Auch am Samstag überzeugte die Veranstaltung mit zwei Künstlern unterschiedlicher Stile: Jay Minor setzte ganz auf verspielte Melodien und seine Finger, Anja Franz hingegen auf melancholische Gitarrenstücke und ihre Stimme. Im Anschluss spielten bei der offenen Bühne alle Musiker, die Lust auf eine Session hatten, zusammen auf - und das trotzdem äußerst harmonisch.

"Ich hätte für 2000 Euro auch in Berlin spielen können, aber das war mir zu teuer", sagte ein sichtlich gut gelaunter und zu Scherzen aufgelegter Jay Minor vor seinem Auftritt, der auch den Besuchern Freude machte. Bereits der Einstieg in Form des "08/15-Samba" war keinesfalls Gitarrenkost von der Stange. Technisch sehr anspruchsvoll setzte der Künstler das Arrangement um und zeigte deutlich, wieso er auch bereits im Vorprogramm von Finger-Style-Größe Richard Smith gespielt hat.

Aber es musste nicht immer flott und lustig zugehen. Gerade bei einer Eigeninterpretation von "I'll be there" von den Jackson Five bewies Jay Minor auch ein Händchen für atmosphärische Stücke. Für die Besucher, die dabei den Gesang vermissten, hatte der Künstler auch noch eine augenzwinkernde Erklärung bereit. "Ich kann mir die ganzen Texte nicht mehr merken", sagte er mit spitzbübischem Grinsen.

Auch die Anekdote zur Entstehung des Stücks "Loops" regte zum Schmunzeln an. Jay Minor verriet den Gästen, er habe sich eine Loop Maschine gekauft, diese aber wieder umgetauscht und lieber lange genug geübt, bis er Bass und Melodie gleichzeitig spielen konnte. Das Ergebnis überzeugte das applaudierende Publikum, das lautstark nach einer Zugabe rief und am Ende sogar zwei zu hören bekam.

Viel Applaus erhielt auch Anja Franz für ihren Auftritt. Die Remscheiderin setzte bei ihren eigenen Stücken und der Auswahl der Cover auf Stücke zum Mitsingen, die allesamt von leichter Melancholie durchzogen waren. Dass sie dabei den richtigen Ton traf, bewies das ruhige Publikum, das der Musikerin konzentriert lauschte.

"Das freut mich sehr", sagte Franz begeistert und schob noch einen Pur-Klassiker im gleichen Stil hinterher. "Wenn sie diesen Tango hört" ging auch in der rein akustischen Fassung zu Herzen.

Mit ihrer guten Leistung ermunterte Anja Franz die Gäste im POM, schließlich noch eine Zugabe zu fordern, die sie ihnen nur allzu gerne spielte.

Quelle: RP
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