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Remscheid
Anstrich fürs Postamt Lüttringhausen

Remscheid: Anstrich fürs Postamt Lüttringhausen
Nachdem das Dach saniert wurde, erhält die Fassade des Postamtes Lüttringhausen einen Anstrich in gelber Farbe. FOTO: Nico Hertgen
Remscheid. Das unter Denkmalschutz stehende Haus an der Richard-Pick-Straße hat eine wenig erfreuliche Umbaugeschichte. Von Stefanie Bona

Aufmerksamen Beobachtern wird es aufgefallen sein: Das alte Postamt an der Richard-Pick-/Ecke Gneisenaustraße in Lüttringhausen wird umfassend saniert. Das Gebäude gehört der Stadt Remscheid und wird durch die Gewag verwaltet. Weil das Gerüst einmal stand, habe man sich entschlossen, sich auch der Fassade anzunehmen und das Objekt neu zu streichen, erklärt Gewag-Mitarbeiter Andreas Martin. "Das Dach war dringend sanierungsbedürftig", bestätigte er auf Nachfrage.

In dem 1908 als "Kaiserliches Postamt" errichtete Bau wird nach wie vor die Post sortiert. Neben dem Briefverteilzentrum werden auch einige Wohnungen vermietet. Seit dem 7. November 1990 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Erbaut wurde es durch den Lüttringhauser Bauunternehmer Alfred Hölken, der auch den Auftrag zur Errichtung des Rathauses erhielt. Architekt war bei beiden Bauten Baumeister Arthur Schmidt, der Sohn des Talsperrenbauers und Industriearchitekten Albert Schmidt.

Bei aller Freude über die Substanzverbesserung und deutliche optische Aufwertung der in Nähe des historischen Rathauses gelegenen Immobilie stellte die Farbgebung die Untere Denkmalbehörde vor eine schwierige Entscheidung. Farbbilder gibt es von dem damals durch die Stadt Lüttringhausen erstellten Bauwerk nicht. Auch in den Bauakten, die sich in Remscheider und Solinger Archiven befinden, gab es keine Hinweise zur farblichen Gestaltung, bedauert Renate Falkenberg, Leiterin der Unteren Denkmalbehörde in Remscheid.

"Die dortige Akte beschreibt, genau wie unsere in Remscheid, zwar den Baukörper und seine Ausführung mit Zementputz und Terranova-Anstrich, aber es gibt keine Aussagen zur Farbgestaltung."

Die Mitarbeiter des beauftragten Malerfirma hätten sich somit sehr bemüht und die einzelnen Farbschichten freigelegt. "Als erste Farbfassung ist ein Gelbton auszumachen, so dass wir uns entschlossen haben, die Fassaden in einem gelblichen Farbton monochrom zu streichen", berichtet Renate Falkenberg. Das Absetzen von Zierelementen mache nicht unbedingt Sinn. Denn das ursprünglich als Postamt mit Dienstwohnung konzipierte Haus wurde mehrfach umgebaut - aus heutiger Sicht wenig erfreulich. 1952 wurde der auf der Ecke eingerichtete Eingang an die Seite zur Richard-Pick-Straße verlegt.

Auch in den 1970er Jahren nahm man Veränderungen bzw. einen Neuanstrich vor. Und bei dem Adler oberhalb der alten Eingangstür handele es sich um die dritte Version. "Dadurch hat die Gestaltung des Hauses sehr gelitten", bedauert Denkmalschutz-Expertin Falkenberg. Aus diesen Gründen sei es besser, die Betonungen wegzulassen, als dass sie ein unstimmiges Bild ergeben würden.

Quelle: RP
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