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Remscheid
Auch Gummistiefel laufen gut

Remscheid: Auch Gummistiefel laufen gut
FOTO: Moll Jürgen
Remscheid. November-Blues im August - Dauerregen schlägt aufs Gemüt und auf die Kauflaune. Andererseits: Auf Sandalen, Shorts und Sonnentop gibt es derzeit satte Preisnachlässe. Von Stefanie Bona

Teilweise bis zu 50 Prozent gewähren die Anbieter von Textilien auf die aktuelle Sommermode. "Wer jetzt noch in den Urlaub fliegt, kann manches interessante Schnäppchen machen", sagt Kathrin Schubert, Managerin des Remscheider Allee-Centers. Den klassischen Sommer- und auch Winterschlussverkauf gibt es seit Jahren nicht mehr. Vielmehr reduzieren die Geschäfte Saisonwaren scheinbar bereits kurz nachdem sie die Ladenregale erreicht haben. Erzieht man die Kunden damit nicht zum Schnäppchenjäger? Nicht unbedingt, meint die Center-Managerin. Verkaufsstrategien hätten sich einfach gewandelt. "Die Kollektionen wechseln innerhalb der Saison fortlaufend. Und daran haben sich die Sale-Aktionen angepasst", erklärt sie. Gleichwohl seien die deutlichen Preisreduzierungen zum Ende des Sommers nach wie vor ein wichtiges Instrument, um die Lagerbestände zu räumen und Platz für neue Ware zu schaffen. Eine besondere Situation in punkto Schlussverkauf hat in diesem Jahr das Modehaus Boecker. Bedingt durch die Übernahme durch einen neuen Eigentümer wurde hier erst am Montag mit der Sale-Aktion gestartet. Seither heißt es an der Alleestraße "20 Prozent auf alles". Natürlich wünschten sich Händler und Kundschaft besseres Wetter, sagt Filialleiterin Cornelia Wüllenweber. Lohnend sei die Schnäppchenjagd aber allemal. "Es gibt ja nicht nur Hochsommerartikel, die reduziert sind", gibt sie zu bedenken. Auch ein Blick auf Wäsche oder leichte Jacken sei derzeit lohnenswert. "In den letzten Jahren haben sich sommerliche Temperaturen immer mehr in Richtung Herbst verschoben." Auf diese klimatischen Veränderungen stelle sich der Handel ein. Diese Einschätzung teilt Bärbel Beck, Inhaberin des Modehauses Johann in Lennep. Sie und ihr Team haben sich beim Sortiment fix der bescheidenen Witterung angepasst. Modische Regenkleidung und Gummistiefel kämen gut an. "Und wer zur Nordsee fährt, braucht wetterfeste Kleidung allemal", findet die Modeexpertin. Trotzdem gibt es natürlich auch eine Sale-Zone, die mit rot-weißem Flatterband wie eine Baustelle abgesperrt ist.

Klaus Schweisfurth vom Modehaus Rüggeberg in Lennep ist ehrlich: Das miese Wetter motiviere die Leute nicht gerade zum Anschauen neuer Kleidung. Dies ändere, kaum ließen sich die ersten Sonnenstrahlen blicken. "Nur zu heiß darf es eben auch nicht sein. Dann sind die Menschen lieber im Garten." Hätte man am klassischen Saisonschlussverkauf festgehalten, wäre das aus seiner Sicht nicht die schlechteste Lösung gewesen. Darauf hätten sich Kunden und Handel besser einstellen können.

Mode, Schlauchboot, Luftmatratze - der ausgebliebene Sommer hat Auswirkungen auf vielerlei Lagerbestände. Auch das Team des Gartencenters Kremer hat den "Summer Sale" etwas früher als im Vorjahr gestartet. Dies hänge aber in erster Linie mit einer neuen Marketingstrategie zusammen, erklärt Carolin Sapp, bei Kremer zuständig für Marketing und Kommunikation. Gleichzeitig könne man etwa bei Gartengrills eine neue Bewegung feststellen. "Richtige Fans werfen das ganze Jahr den Grill an." Darauf stellten sich Markenhersteller mit den entsprechenden Geräten ein. Und Gartenmöbel seien teilweise so hochwertig, dass sie gerne auch in Wintergärten und Wohnzimmern zum Einsatz kämen.

Quelle: RP
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