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Remscheid
Auch Schützenverein 1805 gegen Festplatz-Lösung

Remscheid. Die von der Stadtspitze vorgeschlagene und von der Politik mehrheitlich abgesegnete Verlagerung der Lenneper Brauchtumsfeste auf die Robert-Schumacher-Straße stößt bei den betroffenen Vereinen auf mehr Widerstand als von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz dargestellt. Von Henning Röser

Im Gespräch mit der BM hatte der OB gesagt, dass drei von vier Vereinen die Lösung auf der Straße begrüßen würden. Nur der Verkehrs- und Förderverein Lennep sei dagegen. Dem widersprach nach der Lenneper Karnevalsgesellschaft (BM vom Samstag) nun auch der Vorsitzende der 1805er-Schützen, Ralf Flügge. "Herr Kreutzer steht mit seiner Kritik keineswegs alleine da", sagte Flügge der BM. Auch die Schützen würden notfalls ein Bürgerbegehren gegen den Verkauf des Kirmesplatzes unterstützen, wenn es keine bessere Lösung gebe. Wie berichtet, liegt ein solches Begehren gerade zur Prüfung bei der Stadt.

"Wir stehen zu den DOC-Plänen", machte Flügge klar. Aber das Versprechen der Stadt, dass die Brauchtumsvereine für den Verlust des Kirmesplatzes einen adäquaten Ersatz bekommen sollen, werde nicht eingehalten.

Die Lösung, die Feste auf der gesperrten Robert-Schumacher Straße durchzuführen, sei "juristisch nicht sicher", sagte der als Anwalt arbeitende Flügge. Zwar habe die Stadt mit einem Immobilienbesitzer eine Einigung vor Gericht erzielt. Das bedeute aber nicht, dass nicht andere Geschäftsanlieger gegen die Belastungen durch die häufigen Sperrungen klagen. Am Wochenende der Pfingstkirmes hat Flügge die durch die Sperrungen betroffenen Geschäfte besucht. Dort sei deutlich weniger Betrieb gewesen.

Flügge hält genau wie die beiden andere Vereins-Vorsitzenden eine freie Gewerbefläche an der Karlstraße für einen angemessenen Ersatz, der zudem in jenem Zeitraum gut vermarktet werden könne, wenn dort keine Feste stattfinden. Bedenke man, wie viel öffentliche Fläche die Lenneper durch das DOC verlören, sei das eine mehr als berechtigte Forderung.

Zweifel hat der Anwalt, der seit einiger Zeit auch Präsident des FC Remscheid ist, an den Berechnungen der Stadt, was eine Herrichtung des als Parkplatz für die DOC-Mitarbeiter vorgesehenen Grundstücks am Talsperrenweg für eine Nutzung als Festplatz betrifft. Die Stadt hat errechnet, dass dies rund 400 000 Euro kosten würde. Diese Summe hält Flügge für überzogen. Er hat einen Experten gebeten, eigene Berechnungen anzustellen.

Quelle: RP
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