| 00.00 Uhr

Remscheid
Auf dem Weg zu einem "Fairtrade-Town"

Wer sich als "Fairtrade Town" zertifizieren lassen will, muss Unterstützer haben. Die SPD Ratsfraktion und der Unterbezirk der Remscheider Sozialdemokraten haben sich entschlossen, zum Kreis der Partner zu gehören und werden ab dem neuen Jahr bei Kaffee, Zucker sowie Gebäck auf fair gehandelte Produkte zurückgreifen.

Einen ersten Einkauf für Fraktion und Geschäftsstelle gab es am Samstag im "F(l)air Weltladen" in Lüttringhausen, der neben dem Non-Food-Bereich inzwischen eine stattliche Palette aus fair gehandelten Waren im Sortiment hat. "Es gibt 300 Städte in Deutschland, die bereits Fairtrade-Town sind. Es wird Zeit, dass wir dazu gehören", findet Volker Beckmann, Vorsitzender der Ökumenischen Initiative Lüttringhausen, die seit 1999 den Weltladen in der Gertenbachstraße betreibt. Im nächsten Sommer will die Stadt Remscheid den Antrag im Rahmen der Fairtrade-Town-Kampagne stellen.

Den entsprechenden Ratsbeschluss gibt es bereits. Voraussetzung für die Zertifizierung ist unter anderem, dass auch im Rathaus fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt wird. Außerdem muss der Nachweis erbracht werden, dass abhängig von der Einwohnerzahl in einer gewissen Anzahl von lokalen Geschäften und in der Gastronomie entsprechende Produkte angeboten werden. Und dann wird auch ein Engagement in Schulen, Vereinen und Kirchen erwartet.

Neue Kooperationspartner sind daher immer willkommen. "Wenn man über die Fluchtursachen spricht, muss man auch über den Fairen Handel sprechen", sagt Remscheids SPD-Vorsitzender Sven Wiertz. Denn die so eingekauften und vertriebenen Waren sichern den Kleinbauernfamilien eine gerechte Entlohnung für ihre Arbeit und gelten somit als wirkungsvolles Instrument, um Armut zu bekämpfen. "Fair gehandelte Produkte sind gar nicht so viel teurer", motiviert Sven Wolf, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, den Einkauf nicht am vermeintlich hohen Preis scheitern zu lassen. Natürlich freue man sich, dass auch Supermärkte in Remscheid dem Fairen Handel in ihrem Warenangebot Beachtung schenkten, sagte Volker Beckmann. "Wer aber in unserem Laden kauft, unterstützt auch die Bildungsarbeit, die wir betreiben."

Immer wieder gibt es in dem Lüttringhauser Geschäft Vorträge und Kulturveranstaltungen zum Thema, auch Produzenten werden eingeladen, um über ihre Arbeit zu berichten. Der Kontakt zu den Remscheider Sozialdemokraten entstand übrigens beim "Tag der Vereine".

(bona)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Remscheid: Auf dem Weg zu einem "Fairtrade-Town"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.