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Remscheid
Aus dem Leben eine frustrierten Mannes

Remscheid: Aus dem Leben eine frustrierten Mannes
Franziska Lehmann und Philipp Reinshagen spielen in der Komödie "Der letzte der feurigen Liebhaber" von Neil Simon die Hauptrollen. Am 23. Oktober ist Premiere. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Oliver Scheemann vom Actor's Studio NRW probt im Rotationstheater "Der letzte der feurigen Liebhaber". Von Wolfgang Weitzdörfer

Auf der Bühne sitzen zwei Menschen, ein Mann und eine Frau. Beide in schwarzer Kleidung, sie sind im Gespräch vertieft, einem erregten Gespräch. Es geht um Fisch, es geht um Terpentin, es geht um Seitensprung. Dann ruft eine Stimme: "Okay, bis hierhin, das war schon einmal sehr gut!"

Die Stimme gehört dem Regisseur Oliver Scheemann vom Actor's Studio NRW, die Bühne ist die des Rotationstheaters in Lennep, die Frau heißt Franziska Lehmann, der Mann Philipp Reinshagen. Sie proben gerade das Theaterstück "Der letzte der feurigen Liebhaber" vom Autor Neil Simon. Premiere ist in knapp fünf Wochen, seit etwa anderthalb Wochen proben die drei das Stück. Es nimmt bereits erste Formen an.

"Wir haben dieses Jahr noch zwei Laienproduktionen und die professionelle Produktion des 'Liebhabers...' im Programm", sagt Scheemann, der selbst großer Neil-Simon-Fan ist und das Stück schon seit drei Jahren gerne produzieren wollte. "Immer waren die Rechte aber bereits vergeben, doch in diesem Jahr hat es geklappt", sagt der Regisseur.

In dem Stück geht es um einen eher biederen Besitzer eines New Yorker Fischrestaurants (Philipp Reinshagen), der seit 23 Jahren verheiratet ist und nun doch gerne einmal mit einer anderen Frau anbändeln möchte.

Leichter gesagt, als getan - so probiert er es gleich mit drei Frauen, die alle von der professionellen Schauspielerin Franziska Lehmann aus Köln gespielt werden. Klar, dass es da Verwicklungen und jede Menge zu lachen gibt.

"Das ist eine enorme Herausforderung, aber für einen Schauspieler gleichzeitig auch ein Geschenk", sagt Lehmann, die in der Düsseldorfer Karnevalssitzung "Stunk" von Scheemann entdeckt wurde. Reinshagen ist Laie, er ist von Beruf Kellner in der Saxo-Bar in Remscheid. "Aber ich nehme alles an Möglichkeiten mit, Theater zu spielen", sagt der Vollbartträger.

85 Stunden Probezeit sind für die späteren 120 Minuten Theater angesetzt, die Proben finden fast täglich vormittags im Rotationstheater statt, mehrere Stunden werden Texte durchgegangen, Dialoge so einstudiert, dass sie authentisch wirken. Komik, die Geschwindigkeit und das Timing müssen die zwei Schauspieler immer und immer wieder einüben, bis alles sitzt. "Es ist eine phänomenale Leistung, die die beiden da vollbringen", sagt der Regisseur, und ein wenig Stolz schwingt in seiner Stimme mit.

Und beim Blick ins Textbuch wird einem der textliche Umfang des Stücks bewusst: "Eine solche Menge Text habe ich noch nie lernen müssen", zeigt sich auch die professionelle Schauspielerin Lehmann ein wenig ehrfürchtig. Zum Auflockern gehen die Proben immer mit Stimmübungen los, die von Scheemann angeleitet werden. Danach kümmert sich Schauspielerin Lehmann um die nötige körperliche Lockerheit für die Proben: "Ich bin seit kurzem ausgebildete Yogalehrerin, vor den Proben machen wir dann immer noch einige Übungen, das hilft zum Auflockern", sagt sie schmunzelnd.

Und schon geht es weiter. Mit Dialogen, Texten, Mimik und Gestik. Damit die Premiere am 23. Oktober auf der Bühne des Rotationstheaters auch beim Publikum ein Erfolg wird.

Quelle: RP
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