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Remscheid
Aus dem Tannenhof in die Welt - Uwe Leichts Predigt live im TV

Remscheid. Am Ostermontag will der Pfarrer auf das Thema "Depression" bundesweit aufmerksam machen. Von Stefanie Bona

In der Evangelischen Stiftung Tannenhof steigt die Spannung: Am Ostermontag überträgt der WDR für die ARD morgens um 10 Uhr den Fernsehgottesdienst aus der Kirche auf dem Stiftungsgelände. Seit Monaten laufen die Planungen, in die der Geistliche Vorsteher der Stiftung, Pfarrer Uwe Leicht, Patienten, Bewohner des Integrationsbereichs, Angehörige und Therapeuten einbezogen hat. "Wir freuen uns, dass wir auf das Thema Depression auf diese Weise bundesweit aufmerksam machen können", sagte der Theologe gegenüber der BM. Unter dem Titel "Und es lohnt sich doch" will er den Blick auf den Umgang mit der seelischen Erkrankung im Licht der Osterbotschaft lenken. Laut Statistik erkrankt jeder fünfte Bundesbürger einmal in seinem Leben an einer Depression. Insgesamt sind in diesem Zusammenhang pro Jahr rund 4,9 Millionen Deutsche behandlungsbedürftig. Die Gottesdienstbesucher in der Kirche und die Fernsehzuschauer sollen erfahren, dass man sich als Betroffener mit dieser Diagnose nicht seinem Schicksal ergeben muss und es durch moderne Behandlungsmethoden Hoffnung auf Linderung oder sogar Heilung gibt. "Wir möchten ermutigen, dass das Leiden überwunden werden kann", sagt Pfarrer Leicht.

Ursprünglich wollte Landespfarrerin Petra Schulze als Evangelische Rundfunkbeauftragte des WDR das Thema "Burn out" in den Mittelpunkt dieses Ostergottesdienstes rücken. Da aber seitens der Fachleute in der Stiftung hier lieber von einer Überlastungsdepression gesprochen wird, einigte man sich auf einen etwas anderen Schwerpunkt. Dann stellte sich die Frage, ob die zweifelsohne hübsche, aber überschaubar große Kirche überhaupt genügend Platz für eine solche Liveübertragung bietet. "Das war anfangs wirklich ein Problem. Dann hat uns der Regisseur vor Ort besucht, gegrübelt und schließlich doch gesagt: Es geht", erzählte Uwe Leicht. Schließlich müssen fünf Kameras und umfangreiches Beleuchtungsequipment untergebracht werden. Und Gemeinde, der von Christoph Spengler geleitete Chor Mixed Generations und weitere Mitwirkende sollen auch Platz finden. Außerdem soll der Fernsehgottesdienst dort zeitgleich auf eine Leinwand übertragen werden. Denn gemeinhin ist bei den Andachten in der Stiftungskirche mitunter ein Kommen und Gehen zu beobachten. Nicht jeder psychisch Erkrankte schafft es, Wort und Musik über eine Stunde konzentriert zu verfolgen. Akribisch vorbereitet werden muss der Ablauf. "Jeder Text, jedes Lied ist zuvor abgestimmt", berichtet der Geistliche Vorsteher. Der Ostersonntag stehe ganz im Zeichen der Proben. Denn bei der Übertragung muss die Zeit von einer Stunde exakt eingehalten werden. Allenfalls das Orgelnachspiel von Kantorin Silvia Tarhan ist zeitlich ein bisschen flexibel.

Uwe Leicht ist ein erfahrener Pfarrer. Ist er trotzdem ein bisschen nervös, wenn er an den Ostermontagsgottesdienst 2016 denkt? "Ja natürlich. Die Aufregung steigt bei uns allen. Denn wie uns der Sender mitgeteilt hat, werden an den Bildschirmen 500.000 bis 600.000 Menschen zuschauen. Das ist schon eine riesige Gemeinde." Einlass bis spätestens um 9.30 Uhr.

Quelle: RP
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